Aldenhoven: Gemeinderat diskutiert die Entwicklung des Schulstandortes Aldenhoven

Aldenhoven : Gemeinderat diskutiert die Entwicklung des Schulstandortes Aldenhoven

Die Entwicklung des Schulstandortes Aldenhoven ist ein Thema, das nicht nur den Gemeinderat elektrisiert hat, sondern auch viele Eltern in der Merzbachgemeinde. So war die jüngste Ratssitzung derart gut besucht, dass noch weitere Stühle aufgestellt werden mussten, um für alle Interessenten genügend Plätze bieten zu können.

Insbesondere die Unterbringung der Jahrgangsstufe 8 der Gesamtschule Aldenhoven-Linnich (GAL) stand zur Debatte, die momentan am Standort Linnich beschult wird. Dazu stand eine Beschwerde von Bettina Rosarius zur Tagesordnung, die sich gegen den dauerhaften Verbleib der Stufe 8 in Aldenhoven wendet. Da inzwischen eine weitere Beschwerde gemäß § 24 Gemeindeordnung NRW in Aldenhoven eingetroffen ist, verzichtete der Gemeinderat mehrheitlich auf sein Rückholrecht, so dass beide Beschwerden im dafür zuständigen Hauptausschuss behandelt werden, dessen nächste Sitzung kurzfristig terminiert werden soll.

Als es um die Entwicklung des Schulstandortes und insbesondere die Unterbringung der Jahrsgangsstufe 8 ging, machten die Gemeindeverordneten ihre in der Ratssondersitzung angekündigte Vorgehensweise wahr und präsentierten dazu zunächst eigene Vorschläge, die Markus Buder (SPD) vortrug. Buder berichtete von weiteren Gesprächen zwischen Politik und Eltern, die interessante Vorschläge ergeben habe: Einen Anbau im Bereich des Schulgartens am Pestalozziring; den Ausbau des Dachbereichs der Franz-Vit-Halle; ein Gebäude mit Klassen im Bereich der Parktaschen sowie die Nutzung der ehemaligen Hausmeisterwohnung.

Zwölf Lösungsvarianten

Ungleich weiter hatte Bürgermeister Ralf Claßen ausgeholt, dessen Verwaltungsvorlage den Fraktionen erst 30 Minuten vor Sitzungsbeginn vorgelegt wurde. Darin sind insgesamt zwölf Lösungsvarianten aufgelistet, die bis hin zu einem kompletten Neubau von Grund-, Gesamtschule und Großsporthalle im Bereich des Aldenhovener Sportplatzes reichen. Kostenpunkt: Rund 32,5 Millionen Euro inklusive Grunderwerb. Würden „nur“ GAL und Sporthalle neu gebaut, sei mit Kosten von rund 22 Millionen Euro zu rechnen.

Zudem legte Claßen eine Prognose für die Entwicklung der Schülerzahlen bis ins Schuljahr 2027/28 vor, wobei alternativ mit Übertrittquoten von 40 oder 45 Prozent kalkuliert wurde. „Die Anmeldezahlen werden nicht erheblich steigen“, lautet hier die Erwartung des Bürgermeisters, der eher mit sinkenden Zahlen rechnet, da die Gymnasien durch die Rückkehr zu G9 für viele Eltern wieder an Attraktivität gewinnen würden.

Eine Variante umfasst den hinlänglich bekannten Gebäudetausch der beteiligten Schulen. Der Jahrgang 8 würde dann im ehemaligen KGS-Gebäude bzw. in Schulraumcontainern untergebracht. Die zweite Variante sieht beispielsweise den Anbau eines neuen Traktes am Pestalozziring mit acht Räumen, die Erweiterung der Aula sowie die Sanierung der Großsporthalle für rund 1,4 Millionen Euro vor. Besagter Anbau könnte konventionell (rund 3,3 Mio. Euro) oder in Modulbauweise (2,8 Mio. Euro) erstellt werden. Da die Vorlage vorher nicht studiert werden konnte, vertagte der Gemeinderat nach einer Sitzungsunterbrechung die weiteren Beratungen.

(ahw)