Gemeinde Titz erwartet ab 2020 Haushaltsüberschüsse

Zuwachs an gut verdienenden Einwohnern : Gemeinde Titz erwartet ab 2020 Haushaltsüberschüsse

Die Landgemeinde hat 2019 das vorerst letzte Haushaltsdefizit zu verkraften und wird danach mutmaßlich die schwarzen Zahlen erreichen, also Überschüsse produzieren. Das ist die mittelfristig (2020 bis 2022) durchaus erfreuliche Prognose des Titzer Bürgermeisters Jürgen Frantzen, der am Donnerstagabend seinen Etatentwurf dem Gemeinderat vorlegte.

Der vorhergesagte Fehlbetrag im nächsten Jahr ist 565.000 Euro hoch, kann aber über einen früheren Überschuss, der als Rücklage geparkt war, auf 265.000 Euro reduziert werden. Damit wäre er so gering wie noch nie im vergangenen Jahrzehnt.

„Es scheint der Tag näherzurücken, an dem wir darstellen können, unseren Haushalt strukturell ausgeglichen zu gestalten beziehungsweise das Eigenkapital (...) wieder zu stärken“, überbrachte der Verwaltungsleiter eine frohe Botschaft am Nikolausabend. Voraussetzung dafür sei, dass Einflussgrößen wie Schlüsselzuweisungen und Kreisumlagen „sich so entwickeln, wie wir dies, jedenfalls Stand heute, annehmen dürfen“.

Unerlässlich sei zudem, dass Gemeinderat und -verwaltung weiter „einen soliden Job“ erledigen, denn die Kommune habe ja durchaus Geld ausgegeben – „für die richtigen Dinge“. Damit meint Jürgen Frantzen Investitionen in die Infrastruktur wie den künftigen gemeinsamen Standort von Feuerwehr und Bauhof, in erheblichem Maße in die Primusschule und den Kindergarten Zauberwelt, die wichtige Bausteine beim Erreichen des vorrangigen Ziels seien: neue Einwohner anzusiedeln. Das ist der Landgemeinde durchaus erfolgreich gelungen.

Nach der NRW-Statistik 2017 verzeichnet Titz im Kreis Düren mit einem Plus von 100 Einwohnern den drittbesten Wert – nach Inden und Vettweiß. Hinzu kommt die Einkommensstärke der in der Gemeinde lebenden Menschen, die ebenfalls statistisch belegt ist. Die Familien in Titz verfügen über das höchste Haushaltseinkommen in der gesamten Region Aachen. Die Gemeinde profitiert davon auch beim Anteil an der Einkommenssteuer, der ihr zusteht und sich im Haushalt niederschlägt.

Der Bürgermeister und die Verwaltung haben im Etatentwurf 2019 Erhöhungen der Grundsteuern vorgesehen: um 20 Punkte auf 380 Prozent bei der Grundsteuer A (Land- und Forstwirtschaft) und 40 Punkte auf 640 bei der Grundsteuer B (bebaute und unbebaute Grundstücke). In beiden Fällen liege man immer noch deutlich unter dem Mittelwert aller Kreiskommunen. Anders sieht das bei der Gewerbesteuer aus. Hier ist der Titzer Satz mit 499 Prozent leicht über dem Kreisdurchschnitt. Er soll daher unverändert bleiben.

Weil die meisten Titzer Gebühren im kommenden Jahr sinken, dürften die meisten Haushalte die höheren Steuersätze auf ihrem Abgabenbescheid 2019 kaum spüren, erklärte Jürgen Frantzen. Wenn die Konsolidierung der Gemeinde weiter erfolgreich verlaufe und die Prognosedaten in etwa eintreffen, „werden wir vielleicht nicht 2020, aber danach konkret auch über Steuersenkungen nachdenken können“, kündigte er an. Das aktuelle Zahlenwerk wird nun von den Ratsfraktionen beraten.

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