Aldenhoven: Gemeinde Aldenhoven beim Kirchenasyl in der Beobachterposition

Aldenhoven: Gemeinde Aldenhoven beim Kirchenasyl in der Beobachterposition

Der öffentliche Teil der jüngsten Gemeinderatssitzung neigte sich dem Ende zu, als CDU-Fraktionsvorsitzender Georg Krapp unter dem Punkt „Verschiedenes“ die Frage nach dem Kirchenasyl bei der Evangelischen Kirchengemeinde Aldenhoven in den Raum stellte.

Erst auf diese Anfrage hin berichtete Bürgermeister Ralf Claßen von einem Fragenkatalog, den er in dieser Sache Pfarrer Charles Cervigne vorgelegt habe, dessen Anworten rechtzeitig zur Ratssitzung vorlägen. Demnach seien die Flüchtlinge, unter denen sich keine Kinder befinden, auf dem Gelände der Kirchengemeinde untergebracht.

Der Aldenhovener Flüchtlingskreis, der die Gemeinde bei ihrer Flüchtlingsbetreuung sehr unterstützt hat, sei ebenfalls eingebunden. „Pfarrer Cervigne steht jederzeit Rede und Antwort“, ergänzte der Bürgermeister noch.

Muss Gemeinde aktiv werden?

„Da muss eingegriffen werden“, verlangte dagegen SPD-Fraktionsvorsitzender Udo Wassenhoven, der die Befürchtung äußerte, dass die Situation außer Kontrolle geraten könne. „Da wird ja kein Hilfesuchender abgewiesen werden“, mutmaßte er.

„Das ist eine Privatsache der Kirche“, verwies Bürgermeister Claßen auf eine Übereinkunft auf Bundesebene, wie in Sachen Kirchenasyl zu verfahren sei. So müssten die Betroffenen etwa akzeptieren, dass sonst geltende Unterbringungsstandards nicht unbedingt eingehalten werden. Auch sei die Gemeinde Aldenhoven nicht befugt, auf dem Gelände gegen das aufgestellte Schlafzelt vorzugehen, werde diesbezüglich aber Rücksprache mit dem Kreisbauamt nehmen. Die betroffenen Flüchtlinge hätten außerdem bisher das Gelände der Kirchengemeinde nicht verlassen, da ihnen nur dort Schutz gewährt werde.

CDU-Sprecher Georg Krapp sieht ebenfalls mögliche gravierende „Auswirkungen auf die Gemeinde Aldenhoven und ihr kleines Oednungsemt“ zukommen, etwa wenn sich die Witterungsverhältnisse ändern. Dahingehend seien die Auskünfte „mehr als unbefriedigend“.

Um das Außenbild sorgt sich Monika Müller, Vorsitzende der Fraktion von Grünen und Linken. Nach ihrer Ansicht gibt es die Verpflichtung, mit der Gemeinde Aldenhoven zu kommunizieren. An die Adresse Cervignes sagte Müller: „Er kann nicht die ganze welt retten, soll aber Mitteillung machen, was läuft.“ So habe die Gemeinde auch eine Fürsorgepflicht gegenüber dem benachbarten Kindergarten.

Beschluss des Presbyteriums

Ratsherr Jürgen Faust (SPD) berichtete, dass es einen Beschluss des Presbyteriums zur Gewährung von Kirchenasyl gebe, der abgelehnte Asylbewerber betreffe, die sich im Fall einer Rückführung bedroht fühlten.

Während Bürgermeister Claßen die Situation weiter beobachten möchte, schlug Udo Wassenhoven vor, auf die Kirchengemeinde zuzugehen, schließlich habe die Zivilgemeinde „Gesprächs- und Lösungsbedarf“. CDU-Ratsherr Wolfgang Klems macht sich ebenfalls Gedanken und Sorgen zur Situation rund ums Evangelische Gemeindezentrum und mahnte ebenfalls eine konstruktive Zusammenarbeit mit Pfarrer Charles Cervigne an.

(ahw)
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