Gemälde der Brüder Achenbach an das Museum Jülich übergeben Gemälde der Brüder Achenbach an das Museum Jülich übergeben

Bedeutsame Stunde für das Jülicher Museum : Choreographie von Licht und Farbe

Eine bedeutsame Stunde für das Museum Jülich fand am Montag im Pulvermagazin der Zitadelle statt. Hans Paffrath von der traditionsreichen gleichnamigen Düsseldorfer Galerie übergab zur Freude von Museumsleiter Marcel Perse und Dr. Christoph Fischer zwei bedeutende Gemälde, die sich harmonisch in die Sammlung der Schirmer Werke einfügen und perfekt zur diesjährigen Ausstellung „Landlust“ passen.

150 Jahre schon ist die Galerie Paffrath in Düsseldorf wegweisend für die Kunstszene. Der Ururgroßvater des heutigen Besitzers schreinerte Holzkisten für den Versand der Gemälde der Künstler und hatte so steten Kontakt zu ihnen. Dies war der Beginn einer großartigen Sammlung, die drei Kriege und viele Krisen überstanden hat und die heute als eine der renommiertesten Galerien Deutschlands gilt, in der Besucher die Bandbreite der Malerkunst erleben können.

Hans Paffrath berichtete von den Werken, die ihn seit Kindertagen begleiten und für seine Familie bedeutend waren und sind. So freut er sich, dass die Gemälde als hochkarätigen Dauerleihgaben nicht nur bei einem privaten Sammler wenige Menschen erfreuen, sondern der Kunstwelt und den kunstbegeisterten Jülicher Bürgern zur Ansicht und Bewunderung freigegeben sind.

Die Brüder Achenbach begannen schon als Kinder mit der Ausbildung der Malerei. Beide entsprangen der Düsseldorfer Malerschule, an der J. W. Schirmer einen Lehrauftrag innehatte. Kennzeichnend war die gemeinsame Richtung der Maler bei der Suche nach Darstellungsmöglichkeiten von Wasser, Licht und Atmosphäre. Doch wurden die malerischen Schwerpunkte von beiden Brüdern unterschiedlich gewählt.

Andreas Achenbach (1815-1910) begann schon als Zwölfjähriger seine Studien bei Schirmer und schuf das Gemälde einer Wassermühle, deren Motive liebevoll ausgemalt sind. Das Bild lebt aber insbesondere durch sein Licht und die lebendige Darstellung des Wassers. Der Betrachter, der sich auf das Gemälde einlässt, wird schnell eintauchen in die Landschaft und Szene, sie nicht nur mit dem Auge, sondern mit allen Sinnen wahrnehmen, eine überzeugende Suggestion echter Sinneswahrnehmung.

Sein jüngerer Bruder Oswald (1827-1005) wurde gegen alle Regeln schon als Achtjähriger in die Schule aufgenommen, 1863 übernahm er die Professur Schirmers. Sein Bild der Landschaft am Meer ist eine Choreographie aus Licht und Farbe. Das Licht strahlt anders als bei seinem Bruder, hat größere Bedeutung, die Farben sind weicher komponiert und bewegen sich auf der Bildfläche, Details sind nicht mehr so wichtig. Folkloristische Szenen geben dem Bild seine Lebhaftigkeit. In seiner Darstellung wird die Richtung deutlich: der Maler knüpft an die Düsseldorfer Tradition an, ohne mit ihr zu brechen, geht aber eigene Wege, weitet die Grenzen aus, und bereitet so den Weg zur Abstraktion der Landschaftsmalerei vor.

Beide Gemälde sind beeindruckend und bereichern die Jülicher Ausstellung ungemein.