Besondere Erlebnisse: Gelebte Vielfalt beim 6. Fest der Kulturen in Jülich

Besondere Erlebnisse : Gelebte Vielfalt beim 6. Fest der Kulturen in Jülich

Zum 6. Fest der Kulturen in Jülich werden neben dem Bühnenprogramm Markt- und Kirchplatz am 28. September mit etlichen Länderpavillons gespickt sein. auch Flüchtlinge haben eigenen Stand.

Eindeutige Statements der Organisatoren und eine herzliche Einladung der Mitwirkenden an die Jülicher definierten im Neuen Rathaus die Vorschau zum 6. Fest der Kulturen am 28. September.

„Jülich nennt sich die Stadt der Vielfalt“, sagte Dezernentin Doris Vogel, „und wir legen auch sehr großen Wert darauf, dass wir es sind“. Es sei wichtig, dass eine Stadt sich dazu bekennt, und dass sie Menschen aller Nationen willkommen heiße. „Das gebe ich so weiter, auch im Namen unseres Bürgermeisters, der alles dafür tut, dass es so bleibt und andere Meinungen in Jülich keinen Fuß in die Tür kriegen“. Seit 2009 im zweijährigen Rhythmus ist dieses Fest in der Herzogstadt ein wichtiger Beitrag der Verantwortlichen – Stadt Jülich und Amt für Familie, Generationen und Integration – zur Verständigung und zu einem friedvollen Miteinander der hier lebenden rund 120 Nationen.

Das von Beatrix Lenzen als Projektleiterin vorgestellte Programm lässt auf ein Fest der besonderen Erlebnisse schließen. Eine große Bühne auf dem Marktplatz wird um 11 Uhr von Kindern aus verschiedenen Nationen in Beschlag genommen, während Bürgermeister Axel Fuchs feierlich die Eröffnung verkündet. Virginia Lisken übernimmt die Moderation des vielfältigen Bühnenprogramms, das lediglich aus Höhepunkten zu bestehen scheint. Ihr Funkmikrofon erlaubt dabei Ausflüge in die exotischen Gefilden der unzähligen Länderpavillons auf dem Markt- und Kirchplatz. Hörbar für alle Besucher stellen die Gastgeber sich selbst und die schönsten oder interessantesten Seiten ihrer Kulturen vor. Im Zentrum Jülichs erwartet die Gäste eine nuancenreiche, unvergessliche Weltreise. Musik, Tänze, Mode, Kunsthandwerk und exotische Speisen, die von Menschen aus allen Kontinenten präsentiert werden, warten auf Entdecker und Genießer.

„Die Veranstaltung lebt davon, dass die Menschen es ehrenamtlich machen. Ihre Freude und Begeisterung dafür, sich mitzuteilen, bewirken die gute Stimmung des Festes“, sagt Lenzen. Neben vielen Vereinen sind auch Einzelteilnehmer und Familien vertreten. Frau Rashke Ali aus Pakistan ist zum vierten Mal dabei. „Die Menschen denken, dass unser Land ein Land der Terroristen und Attentäter sei“, sagt sie, „aber es ist ein schönes Land mit stolzen Frauen, schönem Handwerk und leckerer Küche. Das möchten wir den anderen zeigen, denn auch ich, meine Freunde und unsere Kinder sind Pakistan“.

„Sangria Dance Troupe“

Viele Teilnehmer sind seit Jahren dabei, andere, wie in diesem Jahr Frankreich, kommen neu dazu. „Der Jülicher Weltladen e.V. ist zum zweiten Mal dabei und präsentiert die wertvolle Idee des Fairen Handels, ein anderer hat inzwischen Zuwachs bekommen“, freut sich Beatrix Lenzen. Gemeint ist die Frauengruppe „Sangria Dance Troupe“ des Russisch-Deutschen Vereins. Beim letzten Fest begeisterte ihr temperamentvoller Flamencotanz den aus Polen stammenden FZJ-Mitarbeiter Miroslaw Zlobinski. Der Hobby-Gitarrist bot damals spontan seine musikalische Mitwirkung an. Als Dank dafür wurde er zum Flamenco-Tänzer „ausgebildet“ und darf in diesem Jahr, womöglich als einziger Plasmaphysiker in Deutschland, einen feurigen Auftritt hinlegen.

Zum zweiten Mal dabei ist auch der Stand der Flüchtlinge. Sowohl Doris Vogel in ihrer Funktion als Leiterin des Sozialamtes als auch Anne-Marie Höthker als Vorsitzende des Integrationsrates sprechen von der Wichtigkeit dieser Teilnahme. „Flüchtlinge sind doch genauso wie wir, Menschen mit eigenen Wurzeln und sollten auch so wahrgenommen werden“, sagt Vogel. „Sie freuen sich sehr darauf, beim Fest mitzumachen.“

Es ist schön, dass Menschen aus so vielen Nationen friedlich miteinander feiern können und „es ist wichtig“, sagt die Dezernentin, „ zu sehen und zu erleben, dass das möglich und bereichernd ist“.

(mavo)