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Koslar: Geldreicht nicht für den Bau

Koslar : Geldreicht nicht für den Bau

Gut hat Helmut Wagner, Vorstandsmitglied beim SV Viktoria Koslar und verantwortlich für den geplanten Neubau des Sportlerheimes, daran getan, Vertreter der Fraktionen im Jülicher Rat, den Vorsitzenden des Schul- und Sportausschusses, Peter Schmitz, und den Leiter des Sportamtes Gerd Marx einmal einzuladen, und ihnen seine Sorgen und Nöte vorzutragen.

Es geht nicht weiter mit der Planung und Finanzierung des Heimes, dabei wäre ein Neubau dringend nötig.

Bisher behilft sich die Viktoria noch mit einer alten Holzbaracke als Domizil, die 1954 errichtete wurde und weder Heizung noch Stromanschluss hat. Als dann auch noch die Duschanlage ihre Geist aufgab, hieß es vom Hochbauamt: „Eine Sanierung lohnt nicht mehr”, zumal der Verdacht bestand, das Gebäude könnte Asbest-verseucht sein.

Mit der Stadt wurde man schnell handlungseinig. Das Grundstücke, auf dem das Heim steht, sollte verkauft werden und im Gegenzug sollten die Sportler das Grundstück an der Wehrhahnstraße neben dem Kindergarten erhalten.

Wie alle anderen Sportvereine auch, die sich zu einer solchen Baumaßnahme entscheiden, sollten der Viktoria 50 Prozent der Materialkosten zufließen, also 42.000 Euro. Der Zuschuss werde aus dem Verkauf des Grundstücks bezahlt; doch dann sicherte das Land eine pauschale Bezuschussung für solche Baumaßnahmen in genau 42.000 Euro zu.

Der Verein war zunächst begeistert, dann kam ein böses Erwachen. Die Erschließung des geplanten Grundstückes erwies sich als schwierig. Der Flächennutzungsplan sollte geändert werden, Anschlüsse müssten verlegt werden, etliche Gutachten erbracht werden und das Grundstück neu vermessen werden.

Alles in allem beliefen sich die Unkosten auf 22.000 Euro und unterm Strich ständen dem Verein dann noch gerade einmal 20.000 Euro zum Bau zur Verfügung. „Damit können wir nichts machen”, gab Helmut Wagner zu bedenken und erbat sich Rat und Hilfe von den Kommunalpolitikern.

Sie zeigten sich überrascht, denn dieser Sachstand war ihnen nicht bekannt. Sie waren deshalb schnell bereit zu helfen. Peter Schmitz versprach, die Koslarer Angelegenheit auf die Tagesordnung des Schul- und Sportausschusses zu setzen, der am morgigen Donnerstag tagt.

Da auch die übrigen anwesenden Ratsvertreter Einverständnis signalisierten und Handlungsbedarf sahen, müsse es möglich sein, der Viktoria ein baureifes Grundstück zuzusichern, das heißt, die Kosten zu übernehmen. Schließlich, so begründete Schmitz, hätten auch die anderen Sportvereine stets ein baureifes Grundstück zur Verfügung gehabt.

Außerdem wolle man alles daran setzen, die Änderung des Flächennutzungsplanes voran zu treiben, damit der Sportverein möglichst schnell mit dem Bau beginnen könne. Natürlich müssten auch Haupt- und Finanzausschuss sowie der Rat darüber abstimmen, aber da sah Schmitz wohl kein großes Problem.

Vielleicht kann der Verein sein hundertjähriges Bestehen im Jahre 2008 doch noch in einem neuen Sportlerheim feiern.