Kreis Düren/Aachen: Gehirntumor-Patienten haben schneller Klarheit

Kreis Düren/Aachen: Gehirntumor-Patienten haben schneller Klarheit

Wissenschaftlern im Universitätsklinikum Aachen und im Forschungszentrum Jülich ist es im Rahmen einer Patientenstudie gelungen, die Wirksamkeit der Behandlung von Hirntumoren mit einem innovativen diagnostischen Verfahren frühzeitig nachzuweisen.

Mit dem sogenannten FET-PET-Verfahren lässt sich der Therapieerfolg bei hoch malignen Gliomen bereits sieben bis zehn Tage nach Abschluss der Radio-Chemotherapie einschätzen. Die derzeit etablierte Therapiekontrolle mittels Magnetresonanztomografie erfolgt in der Regel erst einige Wochen nach Therapieabschluss, da aufgrund reaktiver Veränderungen eine frühere Beurteilung des Therapieansprechens nicht sinnvoll ist.

Die Forscher Dr. Marc D. Piroth aus der Klinik für Strahlentherapie des Universitätsklinikums und Professor Dr. Karl-Josef Langen aus dem Institut für Neurowissenschaften und Medizin des Forschungszentrums Jülich konnten in einer Patientenstudie nachweisen, dass das FET-PET-Verfahren als zusätzliches diagnostisches Kontrollinstrument wesentlich früher als die bisherigen MRT-Kontrollbilder wichtige Therapieinformationen liefert.

Mit Hilfe der radioaktiv markierten Aminosäure, die die Tumorpatienten injiziert bekamen, wiesen die Wissenschaftler im Positronenemissionstomografen (PET) zunächst vor der Bestrahlung und in einer weiteren FET-PET-Messung - wenige Tage nach Abschluss der Radio-Chemotherapie - den vitalen Resttumor im Gehirn nach.

Vitales Tumorgewebe nimmt vermehrt Aminosäuren auf, was in der FET-PET-Aufnahme zu erkennen ist. Durch diese Verlaufskontrollen lassen sich frühzeitig Aussagen darüber treffen, ob eine Bestrahlung und Chemotherapie bei Patienten anspricht oder nicht.

Die Jülich Aachen Research Alliance, kurz JARA, wurde im August des Jahres 2007 gegründet.

Sie institutionalisiert und intensiviert seitdem die Zusammenarbeit zwischen der Rheinisch- Westfälisch-Technischen Hochschule Aachen und dem außeruniversitären Forschungszentrum Jülich auf verschiedenen wissenschaftlichen Gebieten.

JARA-BRAIN ist eine von vier Sektionen und der bundesweit einzige Hirnforschungsverbund, der zwischen einer Universität und einer Großforschungseinrichtung betrieben wird.

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