Jülich: Geglückte Premiere: Lesebühne Aachen erstmals in Jülich

Jülich: Geglückte Premiere: Lesebühne Aachen erstmals in Jülich

„Tolle Kulisse, ganz tolles Publikum!“ — so das Fazit von An-drea Royé nach dem Auftritt der Aachener Lesebühne in der Jülicher Schlosskapelle am Samstag. Zusammen mit ihren drei Kollegen von der Aachener Lesebühne, hatte die Diplom-Schauspielerin aus Aachen eine eineinhalbstündige Lesung unter dem Leitthema „Vorwiegend heiter“ präsentiert.

Zahlreiche Literaturfreunde waren der Einladung in die Schlosskapelle gefolgt, um auf humorvolle Weise unterhalten zu werden.

Dr. Hans-Walter Royé, selbst Germanist, Sprecherzieher sowie Leiter der 1958 gegründeten Lesebühne, hatte eine abwechslungsreiche Mischung aus Texten und Sketchen von Heinz Erhardt, Christian Morgenstern, Eugen Roth und Loriot im Gepäck, die den Zuhörern ausschließlich mit sprecherischen Mitteln — so das Credo der Lesebühne — nahegebracht werden sollten.

Einzig die Stimme der Lesenden steht traditionell im Mittelpunkt. Auf Kostüme, Bühnenbilder oder schauspielerische Einlagen wird aus Prinzip verzichtet. Um auf diese Weise einem Publikum die Gedanken eines Autors zugänglich zu machen, bedarf es einer hohen sprecherischen Kompetenz. Neben Dr. Hans-Walter Royé und seiner Tochter Andrea ergänzen Ingrid Schäfermeier (Sprecherzieherin am Aachener Das Da Theater) und Achim Mertens (Dozent für Sprecherziehung an der Aachener Schauspielschule) das literarische Quartett.

Die Zuhörer sollten nicht enttäuscht werden: Lud die erste Hälfte der Lesung mit politischem, feinsinnigen Humor noch ein ums andere Mal zum Schmunzeln ein, steigerte sich die Anzahl der Lacher in Hälfte zwei deutlich und erreichte bei den Loriot-Sketchen am Ende der Lesung ihren Höhepunkt. Hier gab es stellenweise Szenenapplaus.

„Wie es aussieht, sollten wir diese Veranstaltung im nächsten Jahr wiederholen“, lobte Christoph Klemens vom Jülicher Kulturbüro, auf dessen Einladung die Mitglieder der Lesebühne ihren Weg nach Jülich fanden.

Mancher Gast der Lesung wird verwundert zur Kenntnis genommen haben, dass die Aachener Lesebühne trotz ihrer 56-jährigen Geschichte sowie zahlreichen Auftritte in Deutschland zum ersten Mal in Jülich rezitierte. Der Applaus der Jülicher fiel kräftig aus. „Vorwiegend heiter“ wird nicht das letzte Programm sein, das in der Schlosskapelle dargeboten wurde.

Mehr von Aachener Zeitung