Inden/Altdorf: Fußballgolf: Über Bande gespielt geht der Ball ins Netz

Inden/Altdorf: Fußballgolf: Über Bande gespielt geht der Ball ins Netz

„Poolsoccer gratis gegen den Profi.“ Dieses Angebot an der Tafel der Fußballgolf-Anlage am Indemann lockte viele Gäste, im neuen Fußballbillardfeld gegen den Ex-Eintracht Frankfurt-Profi und heutigen Team-Manager Christoph Preuß zu spielen. Dieser entwickelte den „Poolsoccer“, eine Mischung aus Torwandschießen- und Poolbillard in einem fünf mal sieben Meter großen Feld mit begrenzenden Banden auf Kunstrasen.

Die Idee kam ihm, als er wegen eines schweren Knorpelschadens im Knie 2008 in der Reha weilte. „Es war eher eine Spaßsache nebenher“, beschrieb er die Entwicklung, die schließlich „zu Hause in der Garage mit dem Vater“ nach und nach Gestalt annahm. „Irgendwann haben wir ein Spielfeld zusammengebaut, das passte. Zur Winterolympiade in München haben wir es als Werbemodul mitgenommen“, erzählte der Profi. Inzwischen hat er bereits ein Spielfeld an die Eventmodul-Branche verkauft. Worauf kommt es beim Poolsoccer an? „Auf alles: Präzision, Schnelligkeit, Übersicht, den richtigen Ball zur richtigen Zeit zu wählen“, erklärte Preuß.

Sein bisheriges Rekordspiel dauerte 37 Sekunden. Will heißen, in dieser kurzen Zeit versenkte er die sieben Fußbälle in seiner Spielfarbe plus den schwarzen Ball in einem der sechs 22 Zentimeter großen Torwandlöcher des Spielfeldes. Ein Spiel, normalerweise auf drei Minuten begrenzt, ist für zwei bis vier Spieler/innen jeder Altersklasse ausgerichtet, der erste versenkte Ball entscheidet über die Spielfarbe — rot oder weiß.

Preuß, der „sehr gern mit der Picke schießt“, schoss natürlich den ersten Ball. Er blieb mehr als zwei Stunden im Poolsoccer-Court und akzeptierte jeden Herausforderer. „Sehr gut“ ermunterte er etwa einen jungen Mann mit viel Ballgefühl. „Erst gegen die Bande, dann gegen den Ball“, lautete ein Hinweis an einen anderen Mitspieler. „Gewalt ist hier keine Lösung“ ist sein genereller Tipp fürs Ballgefühl.

„Die Regeln sind wie beim normalen Billard. Der weiße Ball ersetzt den Fuß“, so brachte es Christian Riedel, Geschäftsführer des Fußballgolfplatzes, auf den Punkt. Das Poolsoccer-Feld stelle für nun Loch 20 auf dem fünfeinhalb Hektar großen Fußballgolfplatz dar. Er grinste: „18 Bahnen mit individuellen Hindernissen, dann ist bei uns das 19. Loch traditionell der Biergarten.“

Wie läuft der Fußballgolfplatz? „Sehr gut. Wir haben ein sehr sehr positives Feedback, alle Leute haben super viel Spaß“, kommentierte der gelernte Sportjournalist, der mit seiner Familie Ende Juni 2013 mit dem Unternehmen an den Start ging. 2013 galt als Testjahr, jetzt läuft „das erste richtige (Geschäfts)Jahr“. In der Anlage gibt es sogar eine „Hall of Fame“ mit den Namen der besten Fußballgolfer.

Auf diverse Anregungen seiner Gäste reagierte Riedel umgehend. So helfen jetzt Hinweisschilder auf dem riesigen Gelände, die entsprechende Bahn zu finden.

Spezialanfertigung

Gegen „Kanten um die Löcher“ ließ er Kunstrasen um jedes Loch legen, das aus einem pulverbeschichtetem Metall besteht, eine „Spezialanfertigung vom Bodensee“. Die Geschäftspartner Riedel und Preuß lernten sich über Derk Hoberg, Chefredakteur beim Internetmagazin „Netzathleten“ kennen.