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Jülich: Für eine Stadt, in der sich Frauen wohl fühlen

Jülich : Für eine Stadt, in der sich Frauen wohl fühlen

Politikerinnen der SPD und von Bündnis 90/Die Grünen wollen bei der Innenstadtsanierung in Jülich darauf drängen, dass die Interessen der Bürgerinnen stärker berücksichtigt werden.

Am kommenden Dienstag treffen sich die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer (ASF) Frauen und die Frauen von Bündnis 90/Die Grünen deshalb im SPD-Parteibüro, um mit allen interessierten Frauen einen Spaziergang durch die Innenstadt zu unternehmen. Dabei wollen sie herausfinden, inwieweit Infrastruktur und Gestaltung der Innenstadt den besonderen Bedürfnissen von Frauen gerecht werden.

„Unser Ziel ist, die Innenstadtsanierung unter dem Gesichtspunkt von Gender Mainstreaming zu betrachten” betont Erika Janssen, Vorsitzende der ASF und Initiatorin dieses Projekts.

Gender Mainstreaming bedeute hier, dass vor allen politischen Entscheidungen und Maßnahmen überprüft wird, welche Auswirkungen sie auf Männer und Frauen haben werden. „Mit wachen Augen wollen wir die Innenstadt begehen und Vorschläge einbringen. Eine sinnvolle Planung für die Zukunft Jülichs ist nur unter Berücksichtigung von Interessen verschiedener Gruppen möglich und sollte nicht am grünen Tisch entschieden werden”, fordert Giny Marquardt von der ASF.

Fehler und Lösungen

Bei der Begehung möchten die Frauen die bisherige Innenstadtplanung aus weiblicher Sicht betrachten, um daraufhin Handlungsfelder und Lösungsmöglichkeiten aufzeigen. „Zum Beispiel möchten wir herausfinden, ob die Verwaltung die Planung einer Stadt der kurzen Wege fördert und ob z.B. die Geh- und Radwege ausreichend breit genug sind, um sie barrierefrei mit Kindern (Kinderwagen, Dreirädern etc. ) zu nutzen”, sagt Emily Willkomm-Laufs von Bündnis 90/Die Grünen.

Oftmals setzen Frauen andere Prioritäten in der Stadtplanung, so räumen sieder Beschäftigungsförderung, der ambulanten Hilfe, Beratungsleistungen und öffentlichem Nahverkehr eine höhere Priorität ein als Männer. Dafür könnte der Straßenausbau aus Frauensicht eine geringere Rolle spielen, lautet das Credo einer Arbeitshilfe des Deutschen Städtetages zur Umsetzung des Gender Mainstreaming.

Eine solide Planung, bei der im Vorfeld die weiblichen Belange mitberücksichtigt werden, bewirkt auch, dass bei finanzpolitischen Entscheidungen Frauen und Männer einen ähnlichen Nutzen ziehen. Da im Jülicher Rat Frauen unterrepräsentier seien, würdenEntscheidungen oft nur aus männlicher Sicht entschieden, die wiederum den meisten Nutzen auch aus den Entscheidungen ziehen.

Treffpunkt für den Stadtspaziergang ist am Dienstag, 23. Juni, um 19 Uhr im SPD-Parteibüro, Turmstraße 5.