Jülich: Für Abrüstung und gegen Atommülltransporte

Jülich: Für Abrüstung und gegen Atommülltransporte

Vor dem Haupteingang des Forschungszentrums Jülich (FZJ) haben Aktivisten von „Stop Westcastor“ eine Mahnwache gegen Castor-Transporte aus Jülich abgehalten. Unterstützt wurden sie dabei von rund 40 Fahrradfahrern der Deutschen Friedensgesellschaft — Vereinigte KriegsdienstgegnerInnen NRW.

Letztere machen seit Samstag, 4. August, eine Ralley durch das Bundesland nach Belgien und demonstrierten an verschiedenen militärisch relevanten Standorten für Frieden und Abrüstung.

Am Mittwoch lag der Schwerpunkt auf den Hinterlassenschaften aus mehreren Jahrzehnten Atomforschung des FZJ. Rund 150 Castorbehälter mit etwa 300.000 Atomkugeln lagern derzeit dort. „Wir wollen nicht, dass die Castoren in die USA oder nach Ahaus transportiert werden. Es sollte in Jülich einen Zwischenlager-Neubau geben, wo der Atommüll bis zur Endlagerung bleibt, die auch hier sein sollte“, fordert „Stop Westcastor“-Aktivist Guido Boslar.

Dass die radioaktiven Kugeln in die USA verlagert werden sollen, scheint für die Demonstranten immer wahrscheinlicher. „Aus sicherer Quelle wissen wir, dass 1,9 Millionen Dollar für die Entsorgung überwiesen worden sind,“ erzählt eine Aktivistin. Das FZJ müsse Verantwortung übernehmen, könne aber auch Vorreiter sein, wenn es um den Umgang mit dem Müll gehe, so der Tenor des Protests. Mehr Bewusstsein für die Probleme vor der Haustür wünschen sie sich.

(anne)