Fünffache Frauen-Power bei der „Female Singers Night“ in Jülich

Konzert im Bonhoeffer-Haus : Die Musik der Frauen ausgiebig gefeiert

Bei der „Female Singers Night“ im Dietrich-Bonhoeffer-Haus wurden die weiblichen Musikerinnen gefeiert. Fünf Sängerinnen brachten dabei ihre Stimme zu Gehör.

„Es ist wichtig, dass musikmachende Frauen gezeigt werden“, sagte Virginia Lisken, die Initiatorin des Konzerts. Sie eröffnete mit Stimme und Gitarre die Konzertnacht. Begleitet wurde sie hierbei von Ulla Königs (Conga) und Arne Schenk (E-Gitarre und Gesang).

Das Trio zeigte auch eigene Titel Liskens. Darunter „War“. „Das ist ein Song, den ich 1988 geschrieben habe. Eigentlich ist alles heute viel schlimmer geworden“, erklärte sie dem Publikum. Cover fanden ebenfalls ihren Platz. Hier beispielsweise „First we take Manhattan“ von Leonard Cohen. Ulla Königs wurde von Lisken übrigens ausf einem bestimmten Grund auf die Bühne geholt. „In den 80ern bin ich auf die Frauenband „Tabula Rasa“ gestoßen, in der Ulla Mitglied war. Es ist eine Ehre, heute mit ihr spielen zu dürfen.“

Nach reichlich Applaus trat Ute Dahm vor das Publikum. Sie präsentierte ihren Gesang und ihr Spiel an der Mundharmonika sowie Saxonette zusammen mit Rudi Rüttgers (Gitarre) und Edmund Erich (E-Piano). Sie präsentierten Coverversionen, beispielsweise „Mr. President“ von Pink oder auch „Girl Crush“. Bei diesem Lied verließ Erich die Bühne und Dahm unterbrach wiederholend ihren Gesang für das Saxonette.

Es folgte eine Premiere bei der „Female Singers Night“: Mareike Kurzmann gab ihren ersten Soloauftritt. Mit Thomas Wegmann (Gitarre) und Julius Korth (Drums) hörten die Zuschauer so neben Coverstücken zum ersten Mal Kurzmanns eigenes Lied „England“. In diesem Song erzählt die Sängerin von ihrer Zeit auf der Insel.

„Ich empfinde die aktuelle Musikszene oft als sexistisch und überproduziert“, sagte Kurzmann auf Nachfrage im Gespräch mit unserer Zeitung und weiter: „Die Frau wird häufig zum Objekt. Ich möchte als Sängerin Kritik für meine Stimme bekommen, nicht für meinen Körper.“ Bei prominenten Musikerinnen liefe dies häufig anders. In eine ähnliche Kerbe schlug auch Jule Krott, die nach Kurzmann auftrat: „Musikerinnen entwickeln sich in zwei Richtungen. Es gibt die Musikerin als kurzbekleidetes Showevent und die Musikerin, für die Musik einfach ein natürlicher Teil des Lebens ist. Das habe mit Wunschbildern nichts zu tun.“

Erinnerung an Tina Turner

Auf der Bühne präsentierte sie mit ihrem Mann Steve Mandel (Gitarre) beispielsweise das schottische Volkslied „Auchindoun“, welches A cappella gespielt wurde. „Das ist ein Lied aus der Zeit der Industrialisierung und wurde von Webern gesungen“, erklärte Krott, die häufiger auf der Insel unterwegs ist. Mit großem Applaus wurde das Duo nach der Zugabe von der Bühne gelassen.

Zum Abschluss betrat Silvia Confido die Bühne. Von der Musik vom Band untermalt präsentierte sie ihre Stimme. Darunter eine Hommage an Tina Turner. „Ich habe gelesen, dass es ihr momentan nicht so gut geht. Hoffentlich bleibt sie uns noch lange erhalten“, sagte Confido. In diesem Sinne brachte die Sängerin „Help“ von Turner zu Gehör. Auch „Love is a Battlefield“ von Pat Benatar war mit dabei und sorgte für Begeisterung im Publikum.