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Jülich: Freiparken ist in Jülich ein alter Hut

Jülich : Freiparken ist in Jülich ein alter Hut

Mit dem Auto vorfahren, aussteigen, Rezept holen oder eine kleine Besorgung machen ohne Angst vor einem Knöllchen - seit einem Monat ist diese Freiheit in ein Gesetz gefasst.

Selten einig haben Bundesrat und Bundestag in deutschen Städten das kostenlose Kurzparken erlaubt. Wer mal eben 15 oder 30 Minuten parken möchte - ob überhaupt und wie lange liegt im Ermessen der Kommune -, braucht am Parkscheinautomaten nur die „Brötchen-Taste” zu drücken.

Kaum Jubel

In Jülich hat die neue Parkzeitfreiheit kaum Jubel ausgelöst. „Das wurde bei uns schon Ende September 2000 vom Rat verabschiedet”, winkte Ordnungsamtsleiter Günter Kuhn ab. Damals schloss sich die Herzogstadt einem Modellversuch der Kölner Severinstraße an, wo die „freie erste Viertelstunde” in der Praxis erprobt wurde.

Seither fährt Jülich ganz gut mit der 15-Minuten-Regelung. Eine Erweiterung, etwa auf 30 Minuten, betrachtete der Ordnungsamtsleiter mit Skepsis. „Das ist eine Angelegenheit des Rates”, wobei man sich über eines im Klaren sein müsse: „Das bedeutet auch Einnahmeverluste.”

Gespräch geplant

Heinz Kaschluhn, Vorsitzender der Jülicher Werbegemeinschaft hat am Gratis-Parken-Gesetz nichts auszusetzen. „Natürlich begrüßen wir die Regelung”, und eine „halbe Stunde ist immer schöner”, schiebt der Kaufmann nach. Aktuellen Handlungsbedarf sieht er aber nicht. „Wir wollen im nächsten Jahr generell mit Rat und Verwaltung über die Parkregelung sprechen.”

In Jülich freuen sich Geschäftsleute, Kunden und Entscheidungsträger, dass sie der Zeit - und dem Gesetz - ein gutes Stück voraus waren. In den übrigen Nordkreiskommunen verpufft der gesetzliche Akt freilich wirkungslos.

Brötchen-Taste? Dierk Schumacher vom Ordnungsamt Linnich und seine Kollegen Stefan Weidenhaupt aus Aldenhoven, Rolf Sommer aus Inden und Dietmar Krauthausen vom Hauptamt in Titz sprechen mit einer Stimme: „Wir haben keine Parkscheinautomaten.”

Ländliche Freiheit

Die einzige Reglementierung: In manchen Zonen muss der Autofahrer die Parkscheibe auslegen. Ansonsten ist die ländliche Freiheit in diesem Punkt nahezu grenzenlos. „Bei uns dürfen sie überall frei parken”, lacht Krauthausen. Paradiesisch - wennÔs dann noch überall Brötchen gäbe