Jülich: Freifunk-Initiative: Netz ist lückenhaft

Jülich: Freifunk-Initiative: Netz ist lückenhaft

„Die erste Frage beim Buchen eines Urlaubshotels lautet doch immer: Wie ist das mit dem Internet“, sagt Alfred Ponten von der Freifunk-Community Jülich-Linnich. Unzureichend — so fällt aus Sicht der Freifunker das Fazit für die Jülicher Innenstadt aus. Einzig der Marktplatz sei gut versorgt, auf der Kölnstraße und der Düsseldorfer Straße sei das Netz sehr lückenhaft. Daran wollen die Freifunker etwas ändern.

Sie wollen einerseits den Geschäftsleuten die Scheu nehmen, beim Gratis-Internet mitzumachen. Außerdem werben sie dafür, dass sich Privatpersonen anschließen, die in den ersten Etagen an den großen Einkaufsstraßen wohnen. „Die ersten Etagen sind die idealen Orte, um die Router aufzustellen“, sagte Klaus Pfeiffer.

Freifunk basiert auf der Idee, dass Besitzer von Internetzugängen zu digitalen Gastgebern werden. Dafür teilen sie einen Teil ihrer Bandbreite. Meistens so wenig, dass der Besitzer es nicht merkt, aber soviel, dass das freie Netz im Zusammenspiel mit anderen Gastgebern stärker wird. Alles, was dafür notwendig ist, ist ein Router, der von Freifunk programmiert wird und unter 20 Euro kostet. Die wetterfeste Ausgabe liegt bei 50 bis 60 Euro. Weiterhin muss der Gastgeber mit zwei Cent Stromkosten pro Tag rechnen.

Auf Sorge, dass die Installation — hier vor allem das Anbringen im Außenbereich und das Verlegen von Kabeln — zu aufwendig ist, antworten die Freifunker: „Es gibt keine Situation, für die wir keine Lösung finden“, sagte Pfeiffer. Immer noch begegnen die Freifunker auch der Sorge, dass die Gastgeber für das haften, was die Gäste im Internet anstellen. „Das hat der Gesetzgeber für solche öffentlichen Netze längst anders geregelt“, erklärte Pfeiffer.

(jan)
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