Linnich: Franz Josef Stegers wird die Hubertuskreuz-Gedenkplakette verliehen

Linnich: Franz Josef Stegers wird die Hubertuskreuz-Gedenkplakette verliehen

„Das hat er aber auch verdient - und das ehrt auch die Hubertus“, waren die ersten Gedanken, die Dr. Gundolf Junker bewegten, als er erfuhr, das Franz Josef Stegers mit der 8. Hubertuskreuz—Gedenkplakette der St. Hubertus Schützengesellschaft Linnich ausgezeichnet werden sollte.

1979 wurde diese Plakette erstmals an den damaligen Landrat Wilhelm Johnen verliehen. Sparsam ist die Gesellschaft in den vergangenen Jahren mit dieser Auszeichnung umgegangen und daher ist und bleibt es etwas ganz besonderes, wenn sie sich wieder einmal entschließt, einen Bürger, für seine Verdienste um die Mitmenschen sowie um Kultur- und Heimatpflege auszuzeichnen.

So versammelten sich die Schützenbrüder, Freunde und Familie des Geehrten und offizielle Vertreter der Stadt Linnich zum Namensfest des heiligen Hubertus im Rathaussaal der Stadt Linnich, um in einer Feierstunde diese Ehrung vorzunehmen. Herzlich hieß Alfons Batsch, Präsident der Hubertusschützen, sie alle willkommen und wagte einen kurzen Ausflug in die Geschichte.

Genau vor 569 Jahren ebenfalls am 3. November, dem Hubertustag, tobte vor den Toren der Stadt Linnich eine Schlacht zwischen Herzog Gerhard von Jülich-Berg und Arnold von Egmond, die der Jülicher für sich entschied und die als Hubertusschlacht in die Geschichtsbücher einging. Auf dieses kriegerische Ereignis geht auch die Gründung der Hubertusschützen zurück und seit 240 Jahren kennzeichnet ein Steinkreuz die Gedenkstätte, nach der auch die Hubertuskreuz-Gedenkplakette benannt wurde.

Dr. Gundolf Junker hatte sich bereit erklärt die Laudatio auf den neuen Preisträger zu halten. Er stellte ihn als einen heimatverbundenen, engagierten, standfesten Menschen vor, der bereit ist Verantwortung zu übernehmen, aber dennoch Pflicht und Vergnügen gut trennen kann: Seine Jugend verbrachte er in Linnich, besuchte acht Jahre das Internat des Klosters Steinfeld und legte dort sein Abitur ab. An der RWTH Aachen studierte er Mathematik und Geografie auf Lehramt und unterrichtete etliche Jahre am Gymnasium Haus Overbach, bis er sein Hobby zum Beruf machte. Als fanatischer Briefmarkensammler mit profundem Fachwissen wurde er zu einem begnadeten, ehrlichen und interessenwahrenden aber zuschlagbereitem Auktionator mit unfehlbarem Blick für Raritäten.

„Da ist aber auch der echte „Vereinsmeier“, der in der Jugendarbeit viel Gutes bewirkt hat, seit 1970 aktives Mitglied des AKV Linnich und seit 1971 in der Schützengilde ist“, erklärte Junker und betonte, dass Stegers in beiden Vereinen Verantwortung übernommen hat und dabei immer im besten Sinne heimatverbunden und beflügelt vom wahren Linnicher Wind war. 14 Jahre lang war er Vizepräsident im AKV, 13 Jahre Präsident und 33 Jahre im Elferrat. Heute ist er Präsident der Senatoren. Bei der Gilde war er vier Jahre lang Präsident und Vizepräsident und von 1992 bis 2007 bekleidete er das Amt des Präsidenten der Vereinigten Schützengesellschaften Linnich.

Er bewährte sich als souveräner Vermittler, korrekter Sachwalter, der die Schützen-Ideale respektierte, profunder Kenner der Satzungen, abwägender Moderator und trefflicher Jongleur mit knappen Finanzen“, erklärte Junker weiter. Er schloss mit den Worten „Zum ersten, zum zweiten, zum dritten! Du hast heute das „Grüne Höchstgebot“ erreicht. Deine guten Taten, ja das Leben, dein Lebenswerk, die erhalten heute den Zuschlag.“

Sichtlich gerührt nahm Franz Josef Stegers die Auszeichnung entgegen, versäumte es aber nicht auch all jenen zu danken, die ihm stets den Rücken stärkten, allen voran seine Ehefrau Rika sowie die Familie und seine Mitarbeiter. „Es ist die größte Auszeichnung für einen heimatverbundenen Linnicher und die Hubertuskreuz-Gedenkplakette wird das herausragende Prunkstück in meiner heimatgeschichtlichen Sammlung. Sie wird aber auch Anstoß sein, weiter zu machen“, erklärte er.

Stehende Ovationen wurden ihm von den Anwesenden entgegengebracht, was er gerührt mit den Worten abtat: „Nun übertreibt mal nicht“. Das letzte Wort an diesem Tag hatte Josef Kops, der bereits 1994 die Plakette erhielt.

Er legte noch einmal den Gedanken nahe, der schließlich hinter dieser ganz besonderen Auszeichnung steht und dankte allen, die diese bewegende und beeindruckende Feierstunde mit organisierten. Sein Dank galt insbesondere auch den beiden Musikern Youna Park und Kim Youngseo für die wunderbare musikalische Untermalung.

(Kr.)