Aldenhoven: Franz Josef Fiedler und Wolfgang Klems schlichten in Aldenhoven

Aldenhoven: Franz Josef Fiedler und Wolfgang Klems schlichten in Aldenhoven

„Es gibt viel zu tun.” So kommentierte der Schiedsmann der Gemeinde Aldenhoven, Franz Josef Fiedler, die Vereidigung seines Stellvertreters Wolfgang Klems im Amtsgericht Jülich.

Gewählt sind die beiden Schiedsleute für fünf Jahre vom Gemeinderat. Veteran Fiedler hatte in den letzten fünf Jahre 80 Fälle auf dem Tisch, davon konnte er etwa 80 Prozent lösen, den Beteiligten blieb somit der Gang zum Gericht erspart.

Leitspruch dieses Ehrenamtes ohne Vergütung: „Sich vertragen ist besser als klagen.” Das ist unbürokratisch und und kostensparend.

Meist geht es um Nachbarschaftskonflikte wie Laubfall an der Grundstücksgrenze oder Partylärm am Samstagabend. Aber auch um kleinere Strafsachen wie Beleidigung („Dumme Gans”), leichte Körperverletzung oder Sachbeschädigung dreht sich der Streit. Für bestimmte Streitigkeiten ist sogar eine obligatorische außerordentliche Streitschlichtung vorgeschrieben.

Ein Schiedsmann müsse, so der Direktor des Amtsgerichts, Rainer Harnacke, „ein Gefühl für Menschen” haben und zunächst eine „Gesprächskultur schaffen” zwischen den Streithähnen. Das Schiedsverfahren ist sehr unbürokratisch. Es wird sehr formlos beim Schiedsmann beantragt, der dann zu einem festgesetzten Termin mit den Parteien mündlich verhandelt - zumeist in dessen Dienstzimmer im Rathaus. Werden sie sich einig, wird ein Vergleich zu Papier gebracht, den beide unterschreiben. Damit ist dieser rechtswirksam.

Doch vieles, so Fiedler, lässt sich schon im Vorfeld klären. Und es sei immer wieder erstaunlich, wie seit Jahrzehnten schlummernde Konflikte etwa zwischen Nachbarn dann aus fast nichtigem Anlass und unter einem vorgeschobenen Grund ausbrächen. Wolfgang Klems, Ortsbürgermeister in Dürboslar, kennt das Phänomen als christdemokratischer Kommunalpolitiker ebenso wie Fiedler als sozialdemokratischer.