Jülich: Forum Medzin: Hand anlegen, wenn der Rücken schmerzt

Jülich: Forum Medzin: Hand anlegen, wenn der Rücken schmerzt

Wenn der Rücken Probleme bereitet, ist fast immer auch die Physiotherapie gefordert. „Die Physiotherapie kommt sowohl vor der OP als auch nach der OP zum Einsatz“, sagt Lutz Offermanns.

Der physiotherapeutische Heilpraktiker ist Leiter der Jülicher Praxis Physioness und einer der Referenten des 25. Forums Medizin am Donnerstag, 29. Oktober, in der Schlosskapelle der Jülicher Zitadelle, zu dem der Eintritt wie immer frei ist. Offermanns wird sich in seinem Vortrag mit der „Therapie der funktionellen Störungen im Rücken aus physiotherapeutischer Sicht“ befassen.

Obwohl der Physiotherapeut in erster Linie bei funktionalen Beeinträchtigung Hand an- und auflegt, „kommt es nicht selten vor, dass wir Menschen trotz struktureller Schäden Erleichterung verschaffen“. Und damit ist schon umrissen, was zunächst geklärt werden muss: Handelt sich um eine strukturelles Problem, etwa die Verformung der Wirbelsäule, oder um ein funktionelles Problem — Einschränkungen, die beispielsweise in Muskeln, Sehnen oder Bändern begründet sind?

Wenn Schmerztherapeut Dr. Jegen und die Orthopädie darauf hinweisen, wie wichtig Bewegung ist, dann ist die Aufgabe des Physiotherapeuten, beweglich zu machen, was sich sperrt. „Kräftigen der Muskulatur und Dehnen sind die wesentlichen Bestandteile der Therapie“, sagt Offermanns.

Die Ansatzpunkte der Behandlung sind vielfältig. Sie reichen vom berüchtigten Bandscheibenvorfall bis zur Muskelschwäche, von der Spinalstenose, der Verengung des Wirbelsäulenkanals, bis hin zu Bindegewebsverklebung. Auf das Fasziennetz, das Bindegewebe im Körper, dessen Bedeutung und Training wird Offermanns besonders eingehen.

Individuelle Entscheidung

Welche Behandlung für welchen Patienten die beste ist, ist eine sehr individuelle Entscheidung — und keine, die der Physiotherapeut allein trifft. „Wir arbeiten eng und gut mit den Ärzten zusammen“, betont Offermanns. Diese Aussagen begrenzt er ausdrücklich nicht ausschließlich auf Klinikärzte.

Der beste Rücken ist der, der sich nicht sperrt und nicht schmerzt, weil er kräftig und gesund ist. Lutz Offermanns wird daher in seinem Vortrag auch kurz auf die Präventionsarbeit eingehen und „aufzeigen, was man selbst machen kann“, damit es erst gar nicht zum Kreuz mit dem Kreuz kommt.