Stetternich: Forelle à la Tonailta schmeckt formidable

Stetternich: Forelle à la Tonailta schmeckt formidable

Mit lustigen und schönen Liedern, gespielter und tatsächlicher Komik verstand es die Stetternicher Gesellschaft Frohsinn auch in diesem Jahr, die Herzen ihrer Zuschauer zu erwärmen. In der gemütlichen Atmosphäre der Alten Schule wurde es bei den Aufführungen der Lieder- und Theaterabende diesmal besonders kuschelig.

Denn ab und an ging im Saal und auf der Bühne das Licht aus. Gespielt wurde unter Regie von Wolfgang Schulz und Angelika Ponten-Drzewiecki die „Komödie im Dunkeln“.

Der besondere Clou: Hell und Dunkel wurden jeweils vertauscht, so dass die Darsteller bei vollem Licht über die Bühne stolperten, krochen Gegenstände und Getränke vertauschten, in der Dunkelheit jedoch manches Geheimnis offenbar wurde. Besonders Nachwuchsdarsteller Julian Heck wusste das Publikum mit seiner Interpretation des schrägen Nachbarn Harold Gorringe zu begeistern. Ebenfalls brillant mit verstellter Stimme und dicker Hornbrille: Petra Vallentin-Schwarz als ältere Dame Miss Furnival. Aber auch die anderen Mitglieder des Laien-Ensembles lieferten eine ausgezeichnete Vorstellung ab, sehr zum Amüsement der Gäste. Doch bevor die Schauspieler ans Werk gingen, war Gesang angesagt.

Unter der bewährten Leitung von Inge Duwe trat dabei nicht nur der angekündigte Frauenchor „Tonalita“ (Ursula Keuter, Brigitte Mainz, Claudia Pützer und Ulrike Werres) auf, sondern auch der „Männerchor“, der nach seinem Auftritt im Stück „McHeath“ Anfang des Jahres vom Singen einfach nicht genug bekommen kann. Der Männerchor bestand aus: Holger Bagusat, Josef Wassenhoven, Claus Maas, Wolfgang Schulz, Albert Viehöver, Hermann Haag, Gotthard Klose und Wolfgang Bauer. Wie es sich gehört, überließen die Herren den Damen den Vortritt. „Tonalita“ gaben unter anderem „Bacarole“ von Offenbach zum Besten sowie sehr witzige Variationen von Franz Schuberts „Forelle“.

Das Thema „Wasser“ zog sich auch durch die Darbietungen des Männerchores, der „Wenn bei Capri die rote Sonne...“ anstimmte. Es gab nun auch eine echte Premiere in Stetternich, wie Inge Duwe verkündete. Erstmals verfügte der Ort —zumindest kurzzeitig — über einen gemischten Chor. Und der brachte eine Zugabe, die wahrlich die Lachmuskeln strapazierte. Es war eine Spaßversion der „Capri-Fischer“, die da lautete „Wenn von Fischers der rote Capri im Meer versinkt...“ mit spritzig-witzigen Textzeilen wie „Bella, bella Marie, zieh die Handbremse an, wenn nötig bis zum Knie!“ Derart eingestimmt ließ das Publikum die Inszenierung der „Komödie im Dunkeln“ auf sich wirken, die das Jugendtheater der Gesellschaft Frohsinn bereits im Jahr 2001 einmal aufgeführt hatte.

Die Geschichte dreht sich um den etwas zwielichtigen Künstler Brindsley Miller (Sascha Massmann), der mit seiner Verlobten Carol (Ines Ponten) verschiedene Gäste erwartet, als es in der Wohnung zu einem Kurzschluss kommt. Um den erwarteten Kunstmäzen George Godunow (Shorty Küper als Überraschungsgast) und Carols Vater Colonel Melkett (Wolfgang Schulz) zu beeindrucken, hat das Liebespaar kurzerhand ein paar Möbel des psychopathisch veranlagten Nachbarn Gorringe „ausgeliehen“, als dieser unerwartet früh von seiner Reise zurückkommt.

Nun ist guter Rat teuer! Beim Versuch, die Situation irgendwie zu retten, geht natürlich so ziemlich alles schief, was nur schiefgehen kann. Manches auch tatsächlich. „Warum klingelt das Telefon nicht?“, lachte Ines Ponten, als das in dieser Szene erwartete Klingelgeräusch nicht eingespielt wurde. In allen Facetten war es ein herrlicher Spaß für alle Anwesenden!

Die weiteren Mitwirkenden: Schupanski: Bert Voiss; Clea: Seda Demirok; Souffleuse: Adelheid Alves; Technik: Alfred Ponten; Bühnenbau: Franz Kieven, J. Koch u.a.; Bühnengestaltung: Wolfgang Bauer u.a.; Malerarbeiten: Sylvia Heinen; Maske: Lilo Knabel-Biener; Dekoration Yvonne Himstedt-Bardon, Maria Koch u.a, Ausschank: Ursula Detemple u.a.

(dol)
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