Jülich: Flüchtlinge kommen wohl deutlich früher

Jülich : Flüchtlinge kommen wohl deutlich früher

Die Erstaufnahmeeinrichtung für 1000 Flüchtlinge in Jülich wird wohl deutlich früher in Betrieb gehen als ursprünglich angenommen. Davon geht die Stadtverwaltung Jülich aus, wie unsere Zeitung am Dienstag vom Allgemeinen Vertreter des Bürgermeisters, Martin Schulz, auf Anfrage erfuhr: „Noch vor dem Jahresende.“

Die Bezirksregierung Köln arbeite mit Hochdruck an der Planung auf der Fläche der ehemaligen Rundfunksendeanlage Merscher Höhe.

Diese Erstaufnahmeeinrichtung ist für die Menschen, die hier mutmaßlich in Containern einquartiert werden, nur eine vorübergehende Bleibe. Sie werden dann weiter in NRW verteilt. Nach Informationen unserer Zeitung hegt die Kölner Behörde gar den Ehrgeiz, bis zum 15. November einen Teil der Infrastruktur zu schaffen.

Auf der Fläche, die sich im Besitz der Stadtentwicklungsgesellschaft Jülich befindet, wird alles in mobiler Bauweise hergerichtet — bis hin zur Wasserversorgung in Tanks und Abwassersammlung in entsprechenden Behältern. Nach einer noch nicht schriftlich fixierten Verabredung zwischen Stadt und Bezirksregierung ist die Unterkunft befristet für drei Jahre auf der Merscher Höhe vorgesehen, weil auf dem Areal ein interkommunales Gewerbegebiet geplant wird. Erste Ausbaustufen am Gewerbe-Campus seien parallel zur Erstaufnahmeeinrichtung möglich, hatte der scheidende Bürgermeister Heinrich Stommel vor zwei Wochen gesagt.

Neben der großen Anlaufstelle, die entstehen soll, gibt es jetzt schon Gebäude auf der Merscher Höhe, die von Asylbewerbern bezogen worden sind, die der Stadt zugeteilt wurden. Durch sie und vor allem die vielen Menschen, die eventuell in wenigen Wochen hier leben, könnte sich auf der Landstraße 241 zwischen Kreisel und Mersch — in Höhe des Feldweges zur FH — eine gefährliche Verkehrssituation ergeben. Dort wurde ein Tempolimit eingerichtet.

In der Sitzung des Stadtrates in der vergangen Woche lag der Vorschlag auf dem Tisch, einen „Notgehweg“ zu bauen (Kosten 30.000 Euro), was sehr kontrovers diskutiert und letztlich vertagt wurde. Durch die neue Entwicklung ist es nun denkbar, dass die Bezirksregierung im Zuge der Erstaufnahmeeinrichtung diese Maßnahme übernimmt.

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