Gereonsweiler: Flüchtlinge helfen beim Aufstieg in Gereonsweiler

Gereonsweiler: Flüchtlinge helfen beim Aufstieg in Gereonsweiler

Beim FC Constantia 09 Gereonsweiler ist nicht allein die Vorfreude groß auf das Auftreten der deutschen Nationalmannschaft bei der gerade begonnenen Fußball-WM in Russland (siehe erste Lokalseite), der Verein aus dem Stadtgebiet Linnich hat auch selbst Grund zu Stolz und Freude, denn die erste Mannschaft hat überraschend den Aufstieg in die B-Liga klar gemacht.

Dazu dürfte auch das Flüchtlingsprojekt des Vereins beigetragen haben, das inzwischen das rein Sportliche längst übertroffen hat, wie Vorsitzender Hartmut Mandelartz berichtet.

So habe der Linnicher Initiativkreis Asyl den Verein Anfang der Saison auf einige junge Männer aufmerksam gemacht, die in der Asylunterkunft Welz untergebracht waren und gerne Fußball spielen würden. Aus zunächst neun Interessierten wurden später sieben, die regelmässig zum Training kamen. Im Gegenzug rüstete die Constantia die jungen Männer aus Guinea (Westafrika) mit Sportbekleidung und Fußballschuhen aus.

„Wir haben zunächst dreisprachig trainiert“, erzählt Coach Norman Wüllenweber, ein Gereonsweiler Eigengewächs, das Anfang der Saison bei der Constantia seine erte Trainerstelle angetreten hat. Als Dolmetscher für die Männer aus Afrika, die alle Französisch sprechen, fungierte zunächst Co-Trainer Klaus Beyer, der als Belgier damit keine sprachlichen Probleme hatte. Doch die heimischen Spieler wurden nicht müde, ihre Mannschaftskameraden daran zu erinnern, dass die Sprache der Schlüssel für die Integration ist und auch die Chancen verbessert, einen Job zu finden.

So leitet Trainer Wüllenweber die Übungseinheiten seit Beginn der Rückrunde komplett auf _Deutsch, das inzwischen alle Spieler beherrschen. „Die haben sich integrieren lassen“, lobt der Constantia-Vorsitzende den Lernprozess, der sich offenbar auch auf sportlichem Gebiet ausgezahlt hat. Zum Ende der Hinrunde noch Tabellenvierter, eilte der FC Constantia in der Rückserie von Sieg zu Sieg und eroberte schließlich die Tabellenspitze und den Aufstieg in die B-Liga. In der Anfangsformation standen dabei regelmässig fünf bis sechs Spieler aus Guinea.

Vom Landessportbund ist der FC Constantia inzwischen zum Stützpunktverein für Flüchtlingsfragen ernannt worden. „Man hlft sich aber auch sonst noch“, verweist Mandelartz darauf, dass den Mannschaftskameraden auch bei Behördengängen geholfen werde. Im Gegenzug haben die Spieler nicht nur ihren Beitrag zum Aufstieg geleistet, sondern in Welz für ihre deutschen Freunde ein afrikanisches Essen gekocht. Schon die Erinnerung daran lässt dem Vorsitzenden das Wasser im Munde zusammenlaufen, so lecker sei dieses Gastmahl gewesen.

Ihren Teil zum Erfolg Aufstieg in die Kreisliga B beigetragen haben Trainer Norman Wüllenweber, Co-Trainer Klaus Beyer, Stefan Welfens, Patrick Schneider, Aboubacar Konde, Philli Erkens, Idriss Diallo, Kapitän Sebastian Sommer, Mamadou Lamarana Barry, Traore Abou Bakar, Kai Frauenrath, Cherif Diallo, Alpha Amadou Diallo, Daniel Schär, Thomas Kieven, Fabian Pfingsten, Christian Quadflieg, Thierno Hamidou Diallo. Auf dem veröffentlichten Foto fehlen Fofane Abdourahamane, Guido Frauenrath, Michael Stolz, Kim Coenen, Alphe Koyate, Philip Mertens, Heiko Odinius, David Saigal, Sven Sonnenfeld, Marcel Sonnenfeld, Sven Sonnenfeld, Joschua Frauenrath, Rami Ballouel Sodekamp und Mark Dremel.

Gefeiert wird der Aufstieg am Donnerstag ab 20 Uhr im Rahmen der PV-Generalprobe in der „WM-Arena“ an der Töpferstraße.

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