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Abgesagt wegen der Corona-Krise: Firmung und Erstkommunion fallen aus

Abgesagt wegen der Corona-Krise : Firmung und Erstkommunion fallen aus

So lange haben sie sich darauf gefreut, eifrig die Messe besucht und mit ihren Katecheten gelernt: Wie in vielen anderen Pfarren auch, fallen die Erstkommunionfeiern der Pfarrei Heilig Geist Jülich am Weißen Sonntag, 19. April, angesichts der Corona-Krise aus.

Das betrifft acht Kinder in St. Philippus und Jakobus Güsten und 22 in St. Rochus Jülich. Danach würden im Wochentakt vier weitere Kommunionfeiern auf dem Programm stehen: am 26. April in Kirchberg, am 3. Mai in Stetternich und in Lich-Steinstraß sowie am 17. Mai in Koslar. Darüber hinaus sollten in der Propsteikirche und in Krauthausen „stille“ Kommunionfeiern erfolgen, also eine Erstkommunion, die in einen regulären Gottesdienst eingebettet wird.

So wie die Dinge liegen, glaubt Propst Josef Wolff allerdings nicht daran, dass diese Termine eingehalten werden können. Es gebe zwar noch keine einheitliche Vorgabe des Bistums Aachen, wie mit diesen geplanten Veranstaltungen umzugehen sei, doch Wolff sieht es nicht als realistisch an, dass vor den Sommerferien noch Kommunionfeiern stattfinden können.

Insgesamt betroffen von dieser Absage sind im Einzugsgebiet der Pfarrei Heilig Geist Jülich 118 Kommunionkinder. Ob und wann in diesem Jahr Nachholtermine angeboten werden sollen, steht noch nicht fest.

Propst Josef Wolff von der Pfarrei Heilig Geist Jülich. Foto: Vomberg

Immerhin ist die Erstkommunion nicht liturgisch an einen bestimmten Termin im Jahr gebunden, so dass eventuell die Möglichkeit besteht, die Feiern im Herbst/Winter nachzuholen. „Der Termin am Weißen Sonntag rührt ja nur daher, dass früher an Ostern getauft wurde und der Sonntag danach zur Erstkommunion genutzt wurde“, erläutert Josef Wolff. Eine weitere Alternative wäre eine Zusammenlegung mit den Kommunionfeiern im Jahr 2021. Ob das im Interesse der Eltern wäre, wagt der Propst indes zu bezweifeln. „Wenn mehr Kinder gleichzeitig feiern, würde das vermutlich doppelten Druck erzeugen, eine Location für die private Feier zu finden“, sieht er die Probleme, die unabhängig vom kirchlichen Fest für die Familien mit einhergehen. Daher möchte er die Eltern regelmäßig informieren und in die Entscheidungsfindung einbeziehen.

Aktuell hat das Pfarrbüro bereits E-Mails an alle betroffenen Familien verschickt. Einige Eltern haben auch angerufen und nachgefragt. Doch die allermeisten Familien haben bisher nicht nachgehört, sondern sich nach der generellen Absage aller kirchlichen Veranstaltungen der Pfarrei Heilig Geist bis zum 19. April ihren Teil gedacht. Anfang Juni soll eine Abfrage bei den Eltern zu den Wünschen bezüglich eines Alternativtermins gestartet werden.

Bedingt durch das Coronavirus vor der Absage steht zudem die für den Zeitraum 8. bis 10. Mai geplante Firmung. „Auch die möchten wir absagen“, so der Propst. Davon betroffen sind 90 Firmanden, deren Zusammenkünfte ebenso gestoppt wurden wie die der Kommunionkinder. Hierfür einen Nachholtermin zu finden erfordert noch mehr Koordination, da die Firmung von einem Bischof vorgenommen wird und somit Termine und Wünsche von drei Beteiligten unter einen Hut gebracht werden müssen.

(dol)