Engere Kooperation: FH Aachen und die Tohoku-University in Japan vertiefen Zusammenarbeit

Engere Kooperation : FH Aachen und die Tohoku-University in Japan vertiefen Zusammenarbeit

Die internationale und interdisziplinäre Forschung werden mit einem neuen Abkommen zwichen der FH Aachen am Campus Jülich und der Tohoku-University in Sendai (Japan) weiter vorangebracht.

„Wir forschen seit über 20 Jahren gemeinsam. Jetzt haben wir diese erfolgreiche Partnerschaft auf ein neues Fundament gestellt, um in Zukunft noch besser und enger zu kooperieren“, berichtet Prof. Dr. Michael J. Schöning, Leiter des Instituts für Nano- und Biotechnologien (INB) der FH Aachen am Campus Jülich, von seiner Reise nach Japan. Er schloss mit dem Dekan Prof. Dr. Tsunemoto Kuriyagawa der „Graduate School of Biomedical Engineering“ der Tohoku University einen Kooperationsvertrag zwischen den beiden Instituten.

Das INB forscht in den Schnittstellenarealen im Bereich der Biotechnologie, Mikro- und Nanotechnologie, Medizintechnik und Mikroelektronik, schreibt das Institut. Mit mehr als 500 Tagungsbeiträgen, über 300 Veröffentlichungen in wissenschaftlichen Fachmedien und 17 erfolgreich abgeschlossenen Promotionen feierte das Institut im letzten Jahr sein zehnjähriges Bestehen. Mit der Vorgabe, Ideen und Produkte zu entwickeln, die das alltägliche Leben zukünftig verändern, verfolgt das INB ein ähnliches Ziel wie die Graduate School of Biomedical Engineering an der Tohoku University.

Die Tohoku University zählt zu einer der renommiertesten staatlichen Universitäten Japans. Mit rund 16.000 Studierenden weist sie eine ähnliche Größe wie die FH Aachen auf. Seit elf Jahren zählt auch die „Graduate School of Biomedical Engineering“ zu der Universität. Auch diese arbeitet, ähnlich wie das INB, interdisziplinär im Feld der biomedizinischen Forschung: Sie vereint Medizin und Ingenieurswissenschaften mit hohem Praxisbezug in der Lehre.

Kontakt seit 1999

Der wissenschaftliche Kontakt entstand bereits 1999, als Prof. Dr. Tatsuo Yoshinobu, Professor der Tohoku University, als Gastwissenschaftler in Deutschland war. In Zusammenarbeit entwickelten die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Institute beispielsweise eine spezielle Sensor-Technologie, sogenannte lichtadressierbare potentiometrische Sensoren (LAPS). Mit ihr sich lassen sich chemische Reaktionen bis auf Molekülebene in Echtzeit verfolgen. Darüber hinaus fanden bereits mehrere Austauschaufenthalte von Studierenden, Promovenden und Post-Docs zwischen den Instituten statt. Prof. Dr. Torsten Wagner, INB-Professor, war beispielsweise zwischen 2008 und 2012 als Assistant Professor im Team von Prof. Yoshinobu. Umgekehrt war Associate Professor Ko-ichiro Miyamoto von der Tohoku University zwischen 2014 und 2015 für ein Jahr am INB, um wissenschaftliche Meriten zu sammeln. Derzeit forscht der ehemalige FH-Promovent Assistant Professor Dr. Carl Frederik Werner seit 4 Jahren an der Weiterentwicklung von LAPS im Yoshinobu-Lab.

Der neue Kooperationsvertrag ermöglicht Studierenden sowie Wissenschaftlern und Wissenschaftlerinnen der FH jetzt noch einfacher, bei der jeweiligen Partnereinrichtung Forschungs- und Lehraufenthalte durchzuführen.

So kann die interdisziplinäre und internationale Forschung der beiden Institute weiter fortgeführt werden: „Das, was wir seit 20 Jahren leben, haben wir jetzt fixiert“, freut sich Prof. Schöning über die Partnerschaft.

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