Jülich: Feuerwerk der Gitarrenklänge

Jülich: Feuerwerk der Gitarrenklänge

Das Engagement der „Katona Twins” hat sich als Glücksgriff des Organisationsteams der Schlosskonzerte erwiesen. Die aus Ungarn stammenden eineiigen Zwillinge, die momentan auf Welttournee sind, begeisterten ihr Jülicher Publikum in der geschichtsträchtigen Schlosskapelle mit einem Feuerwerk der Gitarrenklänge.

Die interessante Werkauswahl gab den beiden Musikern die Möglichkeit, das breite Spektrum ihres Könnens zu demonstrieren. Für die Zuhörer in der schon seit Wochen ausverkauften Kapelle war dieser Abend nicht nur ein Konzert, sondern ein musikalisch ästhetisches Erlebnis, das sich nur schwer beschreiben lässt.

Die beiden jungen Solisten reproduzierten die Musikstücke nicht, sie lebten sie und ließen die Zuhörer an diesem Erleben teilhaben. Sie unterwarfen sich nicht den Zwängen der vorgegebenen Spielarten, sondern präsentierten die Musik mit ihrer eigenen Handschrift.

Die wirkungsvolle Ouvertüre aus „Der Barbier von Sevilla” eröffnete einen Konzertabend mit vielen Facetten und machte Stimmung für die weiteren Programmpunkte.

Klassische Gitarre war trotzdem angesagt und wurde in Perfektion geboten. Selbst Fans des klassischen Bachs freuten sich über die lebendige und klangvolle Darbietung der englischen Suite, die in der Gitarrenversion weitaus lebendiger, dynamischer und flexibler rüberkam als auf dem starren Cembalo. Dabei mögen sich zwar die Geister scheiden, dem Jülicher Publikum gefiel es, wie der donnernde Applaus bewies.

Mehr von Aachener Zeitung