Jülich: Feuerwehr: Teamarbeit, Flexibilität und Engagement sind die Säulen

Jülich: Feuerwehr: Teamarbeit, Flexibilität und Engagement sind die Säulen

Die Feuerwehr ist eine der wichtigsten Stützen des deutschen Notfallsystems. Die verbreitete Annahme, dass es in Städten überwiegend Berufsfeuerwehren gibt, ist aber falsch. Auch in Jülich existiert eine Freiwillige Feuerwehr, mit einer Handvoll hauptamtlicher Kräfte. Trotzdem führen die Frauen und Männer in der Jülicher Wehr ihr „Hobby“ professionell aus, freiwillig und ohne Bezahlung.

Das Prinzip funktioniert, es gibt aber ein Problem: Die Mitgliederzahlen nehmen ab. Die Freiwillige Feuerwehr führt einen Überlebenskampf. Eine große Rolle hierbei spielen unter anderem die Angst vor dem Arbeitsplatzverlust, steigende Einsparmaßnahmen oder rückgängige Geburtenraten.

Judith Pitz interessierte sich schon als Kind für die Feuerwehr und engagiert sich jetzt beim Löschzug 1 Stadtmitte ehrenamtlich. Foto: Horrig

Die Jülicher Feuerwehr hat sich in Anbetracht der künftigen Personalsituation Gedanken gemacht und setzt nun verstärkt auf Mitgliederförderung. Deswegen erläutern Judith Pitz (Löschzug 1 Stadtmitte) und Dirk Engelbrecht (Löschgruppe Kirchberg) ihren Weg bei der Feuerwehr. Während Dirk Engelbrecht wie fast jeder kleine Junge zunächst davon träumte, zur Polizei oder Feuerwehr zu gehen, bekam Judith Pitz als Kindergartenmädchen erste Eindrücke von der Feuerwehr während eines Besuchs auf der Wache.

Seit Jahren setzt sich Dirk Engelbrecht bei der Freiwilligen Feuerwehr Löschgruppe Kirchberg ehrenamtlich ein. Foto: Horrig

Nach und nach entwickelte sich das Interesse immer mehr. Für beide sind unter anderem die Bereitschaft zur Teamarbeit, Flexibilität oder Engagement Grundsäulen für den aktiven Dienst bei der Feuerwehr. Für Pitz waren die Möglichkeit, anderen Menschen zu helfen und der Zusammenhalt innerhalb der Wehr ein großer Anreiz. Engelbrecht wollte sich sozial engagieren und betont heute: „Eigentlich sollte jeder ein Ehrenamt ausüben“.

Dienst bei der Feuerwehr bedeutet aber auch hohe Anforderungen an die Mitglieder. Da ist nicht nur das technische Wissen, „sondern man muss auch Mensch sein, einfühlsam sein oder Verständnis zeigen“, sagt Pitz und Engelbrecht fügt hinzu: „Wichtig ist es auch, besonnen zu reagieren und die Nerven zu behalten“. Doch das ist bei einem schweren oder tödlichen Verkehrsunfall nicht jedermanns Sache.

Falscher Ehrgeiz ist da vollkommen fehl am Platz. „Es wird akzeptiert, dass man nicht zu dem Unfallfahrzeug geht und mit einem leblosen Körper konfrontiert wird“, sagt Pitz. „Es ist dann auch ok, wenn ein Kamerad dann offen sagt, dass er der Situation nicht gewachsen sei und lieber im Hintergrund bleibt. Das ist dann keine Schwäche, sondern innere Stärke“, erklärt Engelbrecht.

Allzeit bereit

Trotz des Ernstes komme aber auch der Spaß nicht zu kurz. Das sei wichtig und fördere den Zusammenhalt. Natürlich sollte das persönliche Umfeld wie Familie, Arbeitsstelle und Freunde hinter dem Dienst bei der Feuerwehr stehen. Allzeit bereit — ohne Wenn und Aber. Dirk Engelbrecht zieht folgendes Fazit: „Das ganze Leben ist ein Erlebnis. Ich kann selbst entscheiden, was ich daraus mache“. Wer sich für die Mitarbeit bei der Freiwilligen Feuerwehr Jülich interessiert, sich ehrenamtlich für seine Mitmenschen einsetzen und sein Know-how einbringen möchte, kann sich im Internet unter www.feuerwehr-juelich.de informieren.

(ma.ho.)
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