Jülich: „Fest der Kulturen“: Vielfalt mit allen Sinnen erfahren

Jülich: „Fest der Kulturen“: Vielfalt mit allen Sinnen erfahren

„Das Kulturfest war für mich immer eine schöne Sache“, sagt Carola Pohl aus Chile und spricht damit allen mehrmaligen Teilnehmern aus der Seele. Menschen ausländischer Herkunft wollen beim „Fest der Kulturen“ am 26. September zeigen, „wie schön unser Land ist“. Unter anderem auch, „dass Russen und Ukrainer zusammenleben“ oder „dass die Türkei ein Schmelztiegel der Kulturen ist“.

Das erste Planungstreffen im Neuen Rathaus offenbarte, dass bisher 22 Anmeldungen vorliegen. Vereine, Kleingruppen und Einzelteilnehmer stammen aus Chile, China, Iran, Kongo, Libanon, Pakistan, Peru, Philippinen, Polen, Russland, Sri Lanka, Türkei, Ukraine und Venezuela — und aus dem Jülicher Land.

Viele Teilnehmer leben schon Jahrzehnte hier, einige bezeichnete Organisatorin Beatrix Lentzen gar als „in der Rur gebadete Muttkrate“. In der vierten Auflage der Veranstaltung geht es erneut darum, „die Vielfalt der Kulturen in Jülich mit allen Sinnen zu erfahren und Jülichs Internationalität zu veranschaulichen“.

Förderung der Integration

Ziele sind die Förderung der Integration und des kulturellen Austauschs. Ausrichter sind die Stadt, der Integrationsrat, Kulturvereine und Migrantenorganisationen sowie interessierte Einzelpersonen und Kleingruppen. Neben reichlich Informationen werden geboten Musik, Tanz und Modenschauen in Landestrachten, Lyrik und Poesie aus dem Herkunftsland, artistische und andere künstlerische Darbietungen, landestypische Speisen und Getränke sowie Mitmach-Aktionen für Kinder und Erwachsene. Ausdrücklich nicht im Vordergrund stehen sollen „Diskussionen über bestimmte Weltanschauungen“, so Lentzen.

Neben den Kulturvereinen der einzelnen Länder ist unter anderem der Literaturkreis des internationalen Klubs mit dabei, der bereits vor zwei Jahren in seinem „Zelt der Poesie“ die „Sinnverständigung“ in zehn Sprachen vorgestellt hat. Uschi Bröcker, Seniorentrainerin im Rahmen des Efi-Projektes der Landesregierung, präsentiert alte Schriftarten wie Sütterlin- oder die Frakturschrift, die kaum noch beherrscht werden.

Nicht zuletzt sind die Mundartfreunde des Geschichtsvereins mit von der Partie, die „us Muttersproach“ am Leben erhalten wollen. Lentzen ermutigte die Teilnehmer zum Anbringen der Landesflagge am Stand oder dazu, Rezepte zum Nachkochen auszulegen.

Weil das Wetter vor zwei Jahren nicht mitspielte, haben die Organisatoren den Termin wieder auf den letzten Samstag im September gelegt, wenn das Wetter erfahrungsgemäß „immer gut war“. Weitere Bewerbungen mit Ideen müssen bis zum 30. April schriftlich bei Beatrix Lentzen (Stadt Jülich) eingereicht werden.

(ptj)