Jülich: Fastenbrechen: Freitagsgebet vor dem Ende des Ramadan

Jülich: Fastenbrechen: Freitagsgebet vor dem Ende des Ramadan

Freitagsgebet im Islamischen Zentrum in Jülich. Der letzte Freitag vor dem großen Fest, dem Ramadanfest. In der Frankenstraße in Jülich, im muslimischen Zentrum des Marokkanischen Kulturvereins, treffen die Gläubigen kurz nach 14 Uhr ein. Viele Männer versammeln sich, einige Frauen, wenige Kinder.

Regale mit zahlreichen Schuhen fallen im Eingangsbereich ins Auge. Die Schuhe müssen, wie in jeder anderen Moschee, vor dem Betreten der Gebetsräume ausgezogen werden. Auf Socken geht es in die nächste Etage. Ein großer Raum ist den Männern vorbehalten, ein weiterer den Frauen. Muslime aus verschiedenen Herkunftsländer wie Ägypten, Libanon, Pakistan, Jemen, Syrien, Albanien, um nur einige zu nennen, treffen sich hier, erzählt Bilal Bakkar, der selbst aus dem Libanon stammt.

Das Islamische Zentrum in Jülich beherbergt aber nicht nur Gebetsräume. Im Keller zeigt Bakker einen Gemeinschaftsraum. Ein Fernseher steht dort, Tische und Stühle. „Hier schauen wir gemeinsam Fußball“, sagt Bakkar. Aber noch wichtiger ist ein kleiner Laden mit arabischen Spezialitäten, der ebenfalls in dem Raum untergebracht ist. Falafeln, marokkanischer Tee, Datteln, schwarze und grüne Oliven und vieles mehr können erstanden werden.

Auch an die Kinder wird im Islamischen Zentrum gedacht. Sie erhalten jeden Freitag, außer in den Ferien, Unterricht in Arabisch.

Mittlerweile ist Hussein Eljajieh eingetroffen, der die Hutba, die Freitagspredigt, halten wird. Die Frauen können ihn nicht sehen, seine Worte werden aber über einen Lautsprecher übertragen. „Allahu Akbar“ erschallt es, die Predigt beginnt in arabischer Sprache, im Anschluss in Deutsch und Englisch. Gedankenimpulse reflektieren die Fastenzeit. „Der Ramadan ist eine Zeit, in der wir uns selbst prüfen“, predigt Eljajieh. Wer sein Verhalten zu den Mitmenschen verbessere, der verbessere auch seine Beziehung zu Allah.

Abschließend stimmt der Vorbeter ein gemeinsames Gebet an. Die Frauen stehen auf, verbeugen sich, gehen auf die Knie, neigen sich mit der Stirn zum Boden und richten sich wieder auf, das Freitagsgebet ist beendet. Es sind nur noch wenige Tage, dann endet auch der Ramadan.

Heute ist es soweit und auch das Islamische Zentrum wird das Fastenbrechen feierlich mit einem gemeinsamen Gebet und Frühstück begehen.

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