Familienzusammenführung der Wölfe im Brückenkopf-Park

Jülich: Wolfsrudel im Jülicher Zoo: Auch die Familienplanung läuft schon

Und dann kam Wolfgang durch das Tor. Drei Wochen musste der junge Wolfsrüde warten, bis er zu den beiden Wölfinnen des Brückenkopf-Zoos vorgelassen wurde. Am Freitag war es so weit, die Türe, die die Tiere seit Ende November getrennt hat, war offen, die Familienzusammenführung konnte stattfinden. Und sie ist gelungen.

Kein Geheule, keine Randale. Cita und Tobi heißen die beiden Frauen, sind zweieinhalb Jahre alt. Und anscheinend haben sie ihren neuen Partner sofort akzeptiert. „Das haben wir uns genauso erhofft“, sagt Henri Fischer, der Chef-Tierpfleger im Brückenkopf-Zoo. Drei Wochen lang konnten sich Wolfgang auf der einen Seite des Gitters und Cita und Tobi vorher schon beschnuppern. Auch da haben die Zoo-Mitarbeiter kein aggressives Verhalten beobachtet. Jetzt sind die Tiere zusammen, jetzt stehen ihnen alle Türen im neuen, 6500 Quadratmeter großen Wolfsgehege zur Verfügung.

Die erste Fütterung: Futterneid ist bei der neu gegründeten Familie noch ein Thema. Foto: Jansen

Um alle gleich zu beruhigen: Wolfgang ist sozusagen nur der Arbeitsname des jungen Rüden. Einen neuen Namen will der Brückenkopf-Park mit Hilfe seiner Besucher noch finden. Er soll nordisch sein. Denn Noch-Wolfgang ist genau wie Cita und Tobi ein Polarwolf. Die drei sollen in den kommenden Jahren ein Wolfsrudel begründen. „Wir hoffen, dass wir im Frühjahr 2019 den ersten Nachwuchs im Wolfsgehege haben“, erklärt Fischer die Familienplanung; zumindest die, die sich Mitarbeiter erhoffen. Für bis zu zehn Wölfe sei im Brückenkopf-Zoo Platz.

Im Moment dürfte noch nicht viel laufen. Noch-Wolfgang ist noch nicht geschlechtsreif. Er wurde im Mai in einem Zoo in Brandenburg geboren. Bis Mai wird es also noch ungefähr dauern, bis er können könnte. Dann ist die Phase der Läufigkeit bei Cita und Tobi allerdings schon vorbei. Die liegt im Februar.

Dass die Tiere sich, was ihre Fortpflanzungsfähigkeit angeht, zunächst einmal verpassen, ist nicht nur kein Problem, sondern war vom Zoo-Team genau so beabsichtigt.

Das erleichtert die Gewöhnung der Tiere aneinander laut Fischer enorm. Die beiden Wölfinnen empfinden aktuell kein Konkurrenz- oder Revierdenken gegenüber Noch-Wolfgang. Das zeigte sich auch am Freitag. Bis auf einen Mini-Familienstreit bei der ersten gemeinsamen Fütterung blieb alles ruhig, nach einer Viertelstunde dösten die Tiere einträchtig nebeneinander.

„Er ist jetzt schon ein recht imposanter Kerl“, sagt Fischer mit Blick auf den jungen Rüden. Er ist bereits genau so groß und schwer wie Cita und Tobi, und er wächst noch. Deswegen dürften die Besucher dann kein Problem haben, den Rüden zu erkennen.

Die Kuschelstunden, die Fischer bisher immer mit Cita und Tobi abgehalten hat, sind aber erstmal vorbei. Fischer hat die Wölfinnen per Hand aufgezogen. Jetzt, mit Wolfgang im Gehege, geht der Pfleger erst mal auf Abstand. Denn bei aller Vertrautheit und trotz des harmonischen Starts: Wölfe sind Wildtiere.