Inden/Altdorf: Faktor 4-Haus setzt Maßstäbe fürs Bauen

Inden/Altdorf: Faktor 4-Haus setzt Maßstäbe fürs Bauen

Neue Maßstäbe für ressourceneffizientes Bauen setzt das deutschlandweit erste Faktor 4-Haus der Entwicklungsgesellschaft Indeland im Indener Seenviertel, für das am Mittwoch der erste Spatenstich erfolgte.

Die Faktor X-Siedlung im Indener Baugebiet „Waagmühle“ umfasst momentan allenfalls Faktor 2-Häuser, so dass die Entwicklungsgesellschaft mit dem geplanten Referenzhaus ein neues Kapitel in der Ressourceneffizienz von Wohngebäuden aufschlägt. Es wird das erste seiner Art sein, das seinen Ressourcenverbrauch über den gesamten Lebenszyklus — also von der Gewinnung der Rohstoffe bis hin zu einer möglichen Entsorgung — um einen Faktor 4 bzw. 75 Prozent reduzieren wird.

„Faktor X ist ein Leuchtturm-Projekt mit internationaler Strahlkraft, das deutlich zeigt, wie wir den Strukturwandel in der Region nachhaltig gestalten. Damit schaffen wir einen Wohnstandort, der auch für die umliegenden Ballungsräume attraktiv wird“, sagte Indeland-Geschäftsführer Jens Bröker. „Von dem Konzept profitieren neben Umwelt und Klima auch die Hausbesitzer, denn Energie- und Folgekosten werden reduziert“, ergänzte Klaus Dosch, der die Faktor X-Agentur der Entwicklungsgesellschaft Indeland leitet.

Dabei seien die Baukosten für das rund 180 Quadratmeter große Gebäude nicht einmal höher als bei einer konventionellen Bauweise, dagt Dosch, der rund 2000 Euro pro Quadratmeter Grundfläche ansetzt. Allerdings werde das Faktor 4-Haus, an dem schon gearbeitet wird, ohne Keller gebaut, da dieser viele Ressoucen binde. Zudem befindet sich unter dem Seeviertel eine Römervilla, die als Bodendenkmal nicht von Bauwilligen angekratzt werden dürfe.

Drei Nutzungsphasen

Zudem schilderte Klaus Dosch drei Nutzungsphasen, die für das Wohngebäude vorgesehen sind. In der ersten Phase bis zum Ende der Klima-Expo-NRW 2022 stehe es der Faktor X-Agentur als Büro- und Ausstellungsgebäude zur Verfügung, wo beispielsweise besondere Baustoffe gezeigt werden. Anschließend werde es an eine Familie verkauft und werde als normales Wohnhaus genutzt.

Im dritten Abschnitt — quasi nach der Familienphase — sei es möglich, eine barrierefreie Einliegerwohnung abzutrennen, um so zu zeigen, dass das Gebäude über verschiedene Generationen und Lebensphasen hinweg genutzt werden kann. Für Michael Eyll-Vetter, Leiter Tagebauentwicklung bei der RWE Power AG, ist „das Faktor 4-Haus ein sichtbares Zeichen für das nachhaltige Engagement von RWE im Tagebauumfeld. Ressourceneffizientes Bauen ist ein bedeutender Teil des Strukturwandels in der Region, den wir aktiv mit gestalten wollen.“

Auch Landrat Wolfang Spelthahn freut sich über den Meilenstein im Indeland: „Durch Zusammenarbeit der Projektpartner ist es gelungen, einen erheblichen und zukunftsweisenden Beitrag nicht nur zum Strukturwandel, sondern auch zum Klimaschutz zu leisten.“

Ausgeführt werden die Bauarbeiten für den Holz-Rohbau von der Firma Terhalle, die auf Holz im Hausbau spezialisiert ist. Alle weiteren Arbeiten werden ausschließlich von regionalen Handwerksbetrieben durchgeführt. Die Fertigstellung des Holz-Rohbaus ist bis Ende Oktober 2017 geplant. Faktor X-Siedlungen entstehen nicht allein in der Gemeinde Inden, auch Eschweiler („Neue Höfe Dürwiß“) und Niederzier haben sich das ressourceneffiziente Bauen auf die Fahnen geschrieben., dessen Verwirklichung die Entwicklungsgesellschaft Indeland mit ihrer Faktor X-Agentur begleitet und forciert. Mit den Projektpartnern RWE Power AG und der Gemeinde Inden zeigt die Indeland GmbH mit ihrem Referenzhaus, wie klimaschonendes Bauen in der Zukunft aussehen sollte.

Den Spaten, der üblicherweise zur symbolischen Eröffnung einer Baustelle ins Erdreich gesenkt wird, hatten die Protagonisten mit Schaufeln getauscht, mit denen sie Sand bewegten.

(ahw)