Kommentar zum Castoren-Zwischenlager: Fakten, Halbwahrheiten, Stimmungsmache

Kommentar zum Castoren-Zwischenlager : Fakten, Halbwahrheiten, Stimmungsmache

Manchmal darf man auch mal dumm fragen, in der Hoffnung, vielleicht eine dumme Antwort zu bekommen. Oliver Krischer hat da Glück gehabt, weil die Bundesregierung in ihrer Antwort auf seine Frage zum Standort für ein mögliches neues Castoren-Zwischenlager am Standort Jülich unglücklich geantwortet, mindestens nicht mit Detailwissen geglänzt hat.

Krischer weiß längst, dass es eine Alternative zum ursprünglich angedachten Areal gibt, die Bundesregierung müsste es auch wissen. Für die Initiave „Westcastor“, die für dieses Zwischenlager kämpft, weil sie die Castoren-Transporte verhindern will, ist die Unwissenheit, die die Bundesregierung schriftlich dokumentiert, ein gefundenes Fressen, weil man damit perfekt sorgsam gepflegte Urteile bedienen kann. Etwa die Aussage, das Forschungszentrum wolle das Zwischenlager in Jülich sabotieren und dränge auf den Transport der Castoren.

An den Fakten orientiert sich „Westcastor“ damit nur begrenzt. Sich öffentlichkeitswirksam in Erinnerung zu rufen, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, ist legitim. Mit Halbwahrheiten Stimmungsmache zu betreiben, ist eher zweifelhaft, weil das in der Sache nicht weiterhilft.

Fakt ist, dass das Zwischenlager in Jülich realisiert werden könnte, ein entsprechendes Areal vorhanden ist. Fakt ist auch, dass nach wie vor eine endgültige Entscheidung darüber, welche der drei Entsorgungsoptionen gezogen wird, immer noch aussteht, alle drei Optionen weiter parallel untersucht werden. Wer sich wie „Westcastor“ aus nachvollziehbaren Gründen sehr stringend dafür ausspricht, eine Option zu bevorzugen, sollte seine Glaubwürdigkeit nicht dadurch aufs Spiel setzen, dass man Fakten verschweigt.

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