Jülich: ,Fairer Einkauf nun beim Verein

Jülich: ,Fairer Einkauf nun beim Verein

Das Fachgeschäft für fairen Handel namens „Jülicher Weltladen” heißt nun „Jülicher Weltladen e.V.”. Hintergrund der auf den ersten Blick überflüssig anmutenden Namensänderung ist die Umwandlung des bisherigen Unternehmens in einen Verein, dem elf Gründungsmitglieder angehören.

Der im Bonhoeffer-Haus gewählte vierköpfige Vorstand setzt sich zusammen aus der Vorsitzenden Roswitha Clermont, ihrer Vertreterin Gillian Glaze, Kassenwart David Clermont und Beisitzerin Anke Talarek.

Zu Kassenprüferinnen wurden Mathilde Romberg und Konradine Hilfried gewählt. Aufgabe und Ziel des jungen Vereins ist die „Förderung aller Aktivitäten, die eine wirksame Hilfe für die Bevölkerung in Entwicklungsländern bedeuten und ein Bewusstsein für die Zusammenhänge zwischen Industrie- und Entwicklungsländern bilden”.

Besonders wichtig ist hierbei, die Völkerverständigung, die internationale Gesinnung und die Toleranz auf allen Gebieten der Kultur zu unterstützen, wie der neue Verein zu Protokoll gab.

Initiativen unterstützen

Praktisch umgesetzt wird der Gedanke durch finanzielle und materielle Unterstützung von Initiativen in Entwicklungsländern, seien sie gemeinnützig, sozial-integrativ oder auch genossenschaftlich.

Weiterhin zählen Kontakt und Austausch mit Menschen anderer Völker und das Betreiben eines Weltladens dazu.

Der Verein wirtschaftet nicht in erster Linie profitorientiert. Wieso ist er dann nicht gemeinnützig? Diese Frage aus der Versammlung liegt eigentlich auf der Hand. Es wurde keine Gemeinnützigkeit beim Finanzamt beantragt, weil dann „nichts in den Laden fließen dürfte, wenn er mal schlecht läuft”, erklärte die Vorsitzende Ros­witha Clermont.

Dieser Gedankengang ist nachvollziehbar, trägt sich der Laden doch seit zwei Jahren knapp selber. Weil man nicht von Rentabilität sprechen kann, kam es zur Vereinsgründung.

Jahresbeitrag oder Mitarbeit

Beschlossen wurde ein Jahresmindestbeitrag von 12 Euro (jede weitere Förderung ist willkommen) und/oder eine Mitarbeit im Weltladen. Mit dieser Klausel in der Satzung soll verhindert werden, dass Schüler, Studenten oder Menschen mit knapper Rente vergrault werden, die bereitwillig im Laden helfen. Im Übrigen will nicht jeder, der seine Arbeit in den Weltladen einbringt, auch Vereinsmitglied sein.

Über die Verwendung etwaiger Gewinne wird in Mitgliederversammlungen entschieden. Desweiteren wird geklärt, inwieweit der Verein der bisherigen Besitzerin Clermont „den Laden abkauft” oder „als Leihgabe übernimmt”. Der Vermieter des Weltladens kam dem jungen Verein übrigens bereits mit der Kürzung der Kündigungsfrist im Mietvertrag auf sechs Monate entgegen.