Fabelhaftes Adventskonzert der „Bläservielharmonie Hambach“

Lich-Steinstraß: Klangvoller Schlusspunkt der Adventszeit

Psalmodieartig leiteten zwei Euphonien in der abgedunkelten und voll besetzten Kirche St. Andreas und Matthias Lich-Steunstrraß in das freudvolle mittelalterliche „Veni Emmanuel“ ein, arrangiert von James L. Hosay.

In gregorianisch anmutenden Klängen stiegen die anderen Instrumente in der klassischen Besetzung eines großen sinfonischen Blasorchesters kontinuierlich in den musikalischen Aufbau mit ein. Die im Stück beschriebene Erwartungshaltung der Befreiung Israels durch die Geburt des Gottessohnes nahm spürbar Gestalt an und endete in einem prächtigen Tutti aller Instrumente.

Traditionell ganz kurz vor Weihnachten spielte die „Bläservielharmonie Hambach“ unter Leitung von Anna Christina Kleinlosen ihr fabelhaftes Adventskonzert, das die vielen Zuhörer still auf sich wirken ließen, aber nach jedem Stück begeisterten Applaus spendeten. Gerne kamen sie auch der Einladung zum Mitsingen nach, etwa bei dem eingangs angestimmten Adventslied „Tochter Zion“.

Frohe Botschaft

Besinnliche Texte in verschiedener Länge, vorgetragen von Dieter Kagermeier und Matthias Ingermann, komplettierten das breit gefächerte Repertoire. Ein Beispiel ist „Der Hirte mit den Krücken“, der das Erscheinen des Engels, der in der Heiligen Nacht die frohe Botschaft verkündet, für einen Spuk hält. Bis er schließlich doch am Stall „die Kuhle entdeckt, wo das Kind gelegen hatte, und das Nestchen im Stroh“.

Auf dem Rückweg entdeckt er, dass er seine Krücken bei der Krippe vergessen hat und sie fortan nicht mehr braucht. In einem anderen Text wird die Bedeutung des Advent hinterfragt: „Advent — das ist das Dunkel, das Schweigen, die Nacht. Advent - das ist aber auch der Stern, der aufgeht, das Wort, das das Schweigen bricht, die Sehnsucht, die dem Leben entgegen wächst“.

In seinem Solo spielte das sechsköpfige Klarinettenensemble Auszüge aus dem schönen barocken Concerto grosso Nr. 8 „Pour la nuit de Noël“ (Für die Christnacht) von Arcangelo Corelli. Das Querflötentrio solierte mit drei Stücken des zeitgenössischen Oldenburger Musikers Uwe Heger, darunter „Eine Nacht in Jerusalem“.

Anspruchsvolles Medley

Aus dem Gesamtrepertoire in adventlich-weihnachtlicher Stimmung hob sich das anspruchsvolle Medley mit den schönsten Melodien aus Walt Disneys Filmmusik „Beauty and the Beast“ in einem Arrangement von Alan Merken und Toshio Mashima ab.

Gleichermaßen erwähnenswert ist „Let it go“, die Filmmusik der „Eiskönigin“ von Kristen Anderson-Lopez und Robert Lopez, arrangiert von Michael Brown. Sehr schön klang auch das romantische Weihnachtsmedley im schnörkellosen Notengewand „A German Christmas“, das der Belgier Jan Hadermann aus den drei Weihnachtsliedern „O Tannenbaum“, „Alle Jahre wieder“ und „Süßer die Glocken nie klingen“ arrangierte.

Zum Schluss erklang ein zweites Weihnachtsmedley, „On a Cold Winter‘s Night“, arrangiert von James Swearingen aus „The First Noel“ und „Away in a Manger“. Kräftiger Applaus und viele Münzen im Spendenkorb belohnten Blasmusiker und Dirigentin für ein professionell und einfühlsam gespieltes Konzert.

(ptj)