Jülich: „Euregio-Bläserquintett“ wird in Jülich zum Streichorchester

Jülich : „Euregio-Bläserquintett“ wird in Jülich zum Streichorchester

Das „Euregio-Bläserquintett“ hat mit einem Kammerkonzert den Startschuss für den musikalischen Veranstaltungskalender in der Musikschule Jülich gegeben.

Mit Gerda Schwartz (Querflöte), Bernd Schulz (Oboe), Günter Mänz (Klarinette), Nico Housen (Horn) und Christoph Siewers (Fagott) präsentierten das Quintett Meisterwerke der klassischen Musik. Dabei besuchten so viele Musikliebhaber das Konzert, dass die Bestuhlung des Foyers vor dem Konzert noch weiter ergänzt werden musste.

„Normalerweise bedeutet es immer etwas Schlechtes, wenn vor der Darbietung jemand vor das Publikum tritt“, sagte Klarinettist Günter Mänz lächelnd bei seiner Begrüßung und weiter: „Denn dann ist oft einer der Musiker erkrankt. Heute trifft die Umbesetzung das ganze Ensemble, denn bei den Stücken, die wir heute hier spielen, müsste in diesem Foyer ein Streicherquartett oder ein ganzes Orchester präsent sein.“

Mänz deutete damit die Form der dargebrachten Versionen der Musiktitel an. So auch bei dem ersten Stück des Abends: Dem „Jagdquartett“ von Wolfgang Amadeus Mozart, das für das Kammerkonzert mit auf ein Bläserquintett zugeschnittenen Noten präsentiert wurde und normalerweise von vier Streichern aufgeführt wird.

Es folgte eine federleichte Aufführung von „Petite Suite“ (Debussy), bei der Gerda Schwartz im dritten Satz kurzzeitig auf eine Piccoloflöte wechselte. Nach „Pastorale“, einem Stück von Josef Rheinberger, der gerade „in der Musik wiederentdeckt wird“ (Mänz) wurden die Klassiker „Aragonaise“ und „Habernera“ aus der Oper „Carmen“ von Bizet zu Gehör gebracht.

Das Programm fand seinen Abschluss in, durch das Bläserquintett musikalisch dargebrachten, antiken Tänzen aus dem siebzehnten Jahrhundert. Die von Ferenc Farkas für ein Bläserquintett niedergeschriebenen Noten waren die einzigen des Konzertes, bei dem das Quintett nicht auf eine andere Interpretation zurückgreifen musste.

Im Zuschauerraum verfolgte Dieter Beyer das Konzert, der „das tolle Angebot für Jülich“ lobte. Auch Sabine Beyer zeigte sich begeistert: „Das gespielte ‚Jagdquintett‘ fand ich besonders schön. Und Mänz hat Recht, das Horn spiegelt die Jagd in der Musik wieder.“ Elfriede Nieveler faste den Abend zusammen und sagte: „Normalerweise schlafe ich um diese Zeit vor dem Fernseher ein. Das passiert mir hier nicht.“

Mit dem „Euregio-Bläserquintett“ zeigte auch das Kollegium der Musikschule ihr Können. Neben Bernd Schulz, der seit 20 Jahren an der Oboe in der Schule unterrichtet, ist auch Gerda Schwartz an der Musikschule Flötenlehrerin. Im August vollendet sie an der Einrichtung ihr 40. Dienstjahr.

Klaus Luft, der neben seiner Tätigkeit als Trompetenlehrer momentan den Musikschulleiter Bernhard Dolfus vertritt, sagte zu dem Kammerkonzert im Foyer: „Es ist toll, dass meine Kollegen heute zeigen, dass sie neben ihrer lehrenden Tätigkeit auch aktive Musiker sind. Damit sind sie ein Vorbild für unsere Schüler.“