Jülich: Eric Mehenga in Jülich als neuer Jugendseelsorger vorgestellt

Jülich : Eric Mehenga in Jülich als neuer Jugendseelsorger vorgestellt

„Gibt es denn so etwas wie einen Leitfaden, an den ich mich halten kann, wenn ich christlich leben will?“, lautete eine der vielen Fragen eines „Moderators“ aus dem Jugendteam an den Evangelisten Johannes. Dessen Stimme erklang in der Jugendmesse in St. Franz Sales aus dem Off: „Ganz einfach: Solange du nicht nur Dich, sondern auch Deine Mitmenschen liebst, machst du alles richtig. Und auf Jesus Christus zu setzen, hat auch noch keiner bereut“.

In der folgenden Auslegung des Johannesevangeliums vom wahren Weinstock ging es — wie schon in der Einführung zum Thema Christsein — bibelthematisch zur Sache.

Lena aus dem Jugendkirchenteam unterstrich: „Gott ist der Weinstock, wir sind die Reben. Wir können nur aus ihm heraus leben und handeln, damit kann ich mich sehr gut identifizieren. Aber es passt überhaupt nicht zu meinem Gottesbild, dass die Reben, die keine Frucht bringen, abgeschnitten werden. Wenn Gott der Weinstock ist, würde er dann nicht jede seiner Reben lieben?“

Zu einer Spontanpredigt bereit

Dazu befragt, zeigte sich Eric Mehenga, neuer Jugendseelsorger in der Region Düren-Jülich mit dem Schwerpunkt theologisch-spirituelle Fragen, sogleich zu einer kurzen „Spontanpredigt“ bereit: „Eine kategorische Trennung von Weinstock und Rebe ist für mich persönlich nicht nachzuvollziehen. Ja, wir versuchen, Gott zu folgen, Gott zu dienen. Aber manchmal sind wir weit entfernt. Die Bindung an Gott über Jesus Christus, muss immer bleiben“.

Der Pastoralreferent aus Kamerun nimmt das Wort „Sünde“ nicht gern in den Mund, er spricht lieber von „Entfernung“. Was reizt ihn an der Jugendseelsorge? „Junge Menschen ticken anders. Dieses Anderssein möchte ich gerne erfahren, versuchen, sie zu verstehen“, sagte er auf Nachfrage.

Zu den zahlreichen Mitfeiernden in der vollbesetzten Kirche zählten auch die Titzer Firmanden. Als Zelebranten standen am Altar Propst Josef Wolff und sein Amtsbruder Tyronne Perera aus Ceylon, der ihm für unabsehbare Zeit zur Seite gestellt ist.

Zum Liedgut der Jugendmesse zählten flottere Lieder aus dem Gotteslob, ferner „Die Zehn Gebote“ von den „Toten Hosen“ mit Kritik am heuchlerischen Christentum oder „Ist da jemand“ von Adel Tawil, ein Lied über die Spurensuche. Einige Gottesdienstbesucher folgten der Einladung zum „kleinen Richtfest“ in die bereits umgebaute Jugendkirche mit eigenem Eingang, versetzten Wänden, neu verlegten Rohren und Netzwerkkabeln, neuen Fenstern und einer neuen Decke.

Stellvertretend für den verhinderten Architekten verlas Pastoralreferentin Barbara Biel den „Richtspruch“, in dem es unter anderem hieß: „Dank guter Ideen und starker Hände hat die Jugend jetzt barrierefrei Platz, viel mehr als Dach und Wände, für junges Christsein in Jülich ein Schatz“.

Kühle Getränke und Knabbereien standen bereit, und die Anwesenden, quer durch alle Altersklassen, tauschten sich aus. Neben den Zelebranten, Pastoral- und Gemeindereferenten waren auch Pater Dominik Nguyen aus Overbach und Priesteramtskandidat Nico Jülich aus Rödingen mit von der Partie.

(ptj)
Mehr von Aachener Zeitung