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Barmen: Erholung, aber keine „Saufgelage” am Barmener See

Barmen : Erholung, aber keine „Saufgelage” am Barmener See

Naturschutz und Naherholung schließen sich am Barmener Baggersee nicht aus. Aber: „Eine gewisse Kontrollfunktion wird wahrgenommen”, betonte Heinz Frey, Stadtverordneter und Sprecher vom „Runden Tisch Barmener Baggersee” anlässlich eines Informationsgespräches. „Wir sind gut aufgestellt”, führte Egbert Wilhelm, Leiter der Unteren Landschaftsbehörde (ULB) Düren weiter aus.

„Die Ordnungspartnerschaft klappt vorzüglich zwischen der ULB, der Polizeistation, den Landschaftswarten und Ordnungskräften der Stadt und der Bürgerinitiative Barmen, die vor Ort ganz entscheidend zum Naturschutz im Einklang mit der Naherholung beiträgt”.

Das seit 2005 „tolle eingespielte Team” tritt dafür ein, „nicht auszugrenzen, nicht zu sanktionieren”. Vielmehr sollen ganz unterschiedliche Nutzer zu ihrem Recht kommen - notwendig ist natürlich die Achtung der „Gebote” im Naturschutzgebiet, als da wären: die Wanderwege nicht zu verlassen, außerhalb des Hundestrandes den Hund an der Leine zu halten, keine Abfälle zu hinterlassen und nur am etwa 150 Meter langen Badestrand zu baden und zu sonnen.

Die Besucherzahl bei schönem Wetter schätzen die zwölf Verantwortlichen auf 100 bis 200 täglich, unter ihnen Schwimmer und Sonnenanbeter, Jogger, Fahrradfahrer, Angler und Tierbesitzer.

Welches Naturschutzgebiet verfügt gleichzeitig über Hundestrand, Anglerbereich, Rundwanderweg, Toilettenanlage und Besucherparkplatz (Broich), wie in Barmen der Fall? Ordnung ist also unerlässlich. 22 Stunden Überwachungsarbeit pro Kopf leisten die ehrenamtlichen Kräfte Markus Brieschke, Frank Hölters, Alexander Konradi und Helmut Vogel in der Woche. Sie sind jeweils zu zweit unterwegs und mit entsprechenden Jacken, Ausweisen und Handys ausgestattet.

„Einige Leute meinen, hier wäre einen Zelt- und Grillplatz”, brachte Landschaftswart Manfred Neulen ein weiteres Thema auf den Punkt. „Eine Unverschämtheit im Naturschutzgebiet”, ereiferte er sich und schilderte, wie Grilltreffen nicht selten in „Saufgelage” ausarten. Mehr Verständnis hofft die Bürgerinitiative durch eine Beobachtungsstation auf Broicher Seite am Rur-Ufer-Radweg zu erreichen. Mit der Fundamentlegung der Aussichtskanzel beginnt die Initiative, erneut in Eigenleistung, bereits am Samstagmorgen.