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Jülich: Erfahrungsbericht von Karin Kleu: „Das Ehrenamt hat mein Leben bereichert“

Jülich : Erfahrungsbericht von Karin Kleu: „Das Ehrenamt hat mein Leben bereichert“

Durch die Erfahrungen in einer Einrichtung der stationären Altenhilfe wurde Karin Kleu mit dem Tod und noch viel mehr mit der Phase vor dem Tod eines Menschen konfrontiert. Neben dem Wunsch, diesen Menschen in ihrer letzten Lebensphase beizustehen, war ihr wichtig, nicht die Krankheit, bzw. Erkrankung alleine zu betrachten, sondern den ganzen Menschen in den Blick zu nehmen, der an einer Krankheit leidet.

Entstanden ist dabei der folgende Erfahrungsbericht.

„Schwerstkranke, Sterbende und Ihre Angehörigen benötigen sehr viel Zuwendung, menschliche Wärme, Aufmerksamkeit, Beistand und vieles mehr.

Dies war Grund genug für mich, den Caritas-Hospizkurs zu besuchen. Ich hatte mächtigen Respekt davor, jede Woche in den Abendstunden drei Stunden über ein Jahr dafür einzusetzen. In dieser Zeit lernte ich die hospizliche Haltung kennen, Respekt vor dem Leben, Autonomie der Patienten, Umgang mit sehr begrenzten Ressourcen der Betroffenen und deren Angehörigen und den Ansatz zu unterstützen, statt selbst aktiv zu werden. Ich lernte eine offene und mitfühlende Kommunikation zu pflegen mit Patienten, wie auch mit den Angehörigen. Ich habe während des Kurses viel nachdenken können über mein eigenes Leben, meine eigenen Erfahrungen mit dem Tod und über Verlusterleben allgemein.

Die Vertiefung all dessen fand dann in der Praxis statt, in meiner ersten Begleitung während des Kurses. Für mich, im Nachhinein, ein Geschenk, mich dafür entschieden zu haben, diese Begleitung in einer anderen stationären Einrichtung der Altenhilfe ausprobieren zu dürfen. Damit habe ich Haupt- und Ehrenamt getrennt.

Ein weiteres Geschenk: diese Begleitung ist mir nun über zwei Jahre gegeben. Jede Begegnung ist eine Bereicherung für mich und sie holt mich oftmals wieder auf den Boden der Tatsachen zurück. Eine Übung aus dem Kurs, das ‚gemeinsame Atmen‘ tut uns beiden so gut.

Ebenfalls auch über die Initialberührung zur Begrüßung und zum Abschied mitzubekommen, dass ich erkannt bin. Wir sind uns vertraut.

Ich bin dankbar für diese Erfahrungen. Sie haben mein Leben bereichert und werden für meine weitere Lebenszeit ein wichtiger Lebensinhalt bleiben.“

Der nächste Hospizkurs für die Region Düren-Jülich startet am Montag, 5. November. Jeder Interessierte kann sich dazu ab sofort bei Dagmar Amthor und Tine Lago Quast unter Tel. 02461/ 622 6100 (mit Anrufbeantworter) oder 02421/ 481 84 voranmelden. Sie erhalten dann eine Einladung zu einem unverbindlichen Einzelgespräch.

Ende August zieht das Büro des Ambulanten Caritas-Hospizdienstes nach 10 Jahren in Jülich in neue Räumlichkeiten in die Dürener Geschäftsstelle des Caritasverbandes.