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Wo ist Arnoldus?: Erben suchen nach der Patronatsfigur des Stifters aus Niederzier

Wo ist Arnoldus? : Erben suchen nach der Patronatsfigur des Stifters aus Niederzier

Der Todestag des Kölner Domkapitulars Arnold Steffens jährte sich am 19. September zum 95. Mal.

Der gebürtige Niederzierer war nicht nur ein anerkannter Kleriker, sondern auch ein ausgesprochener Kunstfreund, wie sich in seiner 17-jährigen Präsidentschaft des „Christlichen Kunstvereins für das Erzbistum Köln“ zeigt. Außerdem tat er sich als Stifter für seine Heimatgemeinde St. Cäcilia und die Arnolduskapelle in Arnoldsweiler hervor. Unter anderem ließ er seinen Namenspatron, den heiligen Arnoldus, in Holz schnitzen. Ein Werk, das verschollen ist – oder nicht?

Offenbar hat Johannes Hoffmann, eingeheirateter Großneffe von Domkapitular Steffens, ein gutes Näschen gehabt: Der pensionierte Sozialarbeiter hatte sich die Zustimmung seines Schwagers eingeholt und begonnen, den Nachlass zu sichten. „In dieser Familie wurde gerne gesammelt und gut verwahrt“, sagt der 80-Jährige – nur offenkundig nicht viel Wert auf Archivierung gelegt.

So entdeckte Hoffmann nicht nur 289 Dokumente zu Grundstücken in Niederzier aus den Jahren 1657 bis 1919, sondern auch 200 Dokumente des Domkapitulars. Unter anderem ein Angebot und Rechnungen über zwei Skulpturen: St. Anna mit dem Kind Maria und St. Arnoldus. Bei der Firma Nic. Steinbach hatte Steffens die Arbeiten in Auftrag gegeben und 900 D-Mark dafür bezahlt.

Den Papieren ist zu entnehmen, dass es sich um Lindenholz-Skulpturen in einer Größe von 1,52 Metern handelt. Bezahlt wurde am 3. August 1915. Die Aufstellung der Figuren wird allerdings wohl nicht vor September erfolgt sein, da eine Rechnung von Bilderhauer Hubert Sion – ebenfalls aus Köln – verbrieft, dass dieser noch einmal 900 Mark für die Fertigung zweier Konsolen und Baldachine erhalten hatte.

Das Interesse von Johannes Hoffmann war geweckt, und er entwickelte detektivisches Gespür. Schnell war klar: In der Kirche St. Cäcilia waren die Figuren nicht – und auch nicht im Depot des Bistums, wie die Nachforschungen ergaben. Allerdings stieß der Pensionär auf einen Namensvetter „Steffens“ in Niederzier, der sich erinnerte, dass damals „Anna mit dem Kind“ vom Pfarradministrator Rick van den Berg (2000–2008) leihweise der Kirche St. Antonius in Hambach überlassen worden war.

Ein erster Anhaltspunkt! Und tatsächlich: Die Mutter der Muttergottes steht mit Maria noch heute in der Kirche – von Arnoldus aber keine Spur. Zu gerne würde Hoffmann den Patron des Domkapitulars aufspüren, macht gleichzeitig aber klar, dass die Familie keinerlei Ansprüche stellt. Sie interessiert lediglich der Verbleib.

„Da beide Skulpturen vom selben Künstler sind, werden die Figuren wohl ähnlich aussehen“, mutmaßt Hoffmann und ergänzt: „Früher waren sie auch bemalt. Ich bin guter Hoffnung, dass irgendein alter Mensch sich daran erinnert.“ Außerdem regt er an, selbst einmal in den hauseigenen Archiven zu stöbern. „Ich gehe fest davon aus, dass in vielen Häusern im Kreis Düren auf Speichern und in Ecken Papiere liegen, deren Wert einfach nicht erkannt wird.“

Wenn sich jemand erinnert, wo er die Figur zuletzt gesehen hat oder Details zum Verbleib des Arnoldus kennt, kann er sich unter 02461/69270 melden.