Jülich: Entdeckungstour: Eine Nacht mit den Fledermäusen der Zitadelle

Jülich : Entdeckungstour: Eine Nacht mit den Fledermäusen der Zitadelle

Eigentlich sind die Tore zum Gewölbe der Festungsmauern der Zitadelle fest verschlossen. Aber am Samstag, 25. August, gibt es die seltene Chance, in die Gänge der Wallanlagen einzutreten und mit etwas Glück die dort lebenden Fledermäuse zu entdecken.

Der Arbeitskreis Fledermausschutz veranstaltet mit dem Museum Jülich eine Führung durch die Quartiere der kleinen Nachtjäger, die sich in den Spalten, Löchern und Fugen der Steinmauern sehr wohlfühlen. Die Zitadelle beherbergt rund 500 Fledermäuse aus acht verschiedenen Arten, die die feuchte, kalte und dunkle Umgebung der Gemäuer schätzen. Hier verbringen sie im Sommer den Tag schlafend, bevor sie mit dem Sonnenuntergang wach werden und auf die Jagd nach Insekten gehen. Bis zu 2000 Mücken frisst ein Tier pro Nacht.

„Fledermäuse sind sehr anspruchsvoll, wenn es um ihren Lebensraum geht. Die Tiere sind daher ein Zeichen für eine vielfältige Landschaft und ein ausgeglichenes Ökosystem“, erklärt Christoph Fischer, der die Führung mitleiten wird.

Fischer arbeitet beim Museum Jülich und ist nebenbei beim Arbeitskreis Fledermausschutz aktiv. Letzterer engagiert sich bereits seit mehr als zehn Jahren für den Schutz der kleinen Tiere in der Zitadelle und zählt sie regelmäßig, um dabei auch Gewicht, Geschlecht und Art zu bestimmen. Dieses eigentlich nicht öffentliche Ereignis können die Besucher bei der Führung auch live miterleben.

Der gelernte Biologe wird die Besucher am Samstag zunächst in einem Vortrag über die Arbeit zum Schutz der Fledermäuse informieren. Danach teilt sich die Gruppe auf. Die eine Hälfte erkundet zuerst mit Taschenlampen die Gewölbe. Dabei soll auch ein Detektor zum Einsatz kommen, der die Ultraschall-Kommunikation der fliegenden Säugetier für den Menschen hörbar macht.

Währenddessen darf die andere Gruppe dem Fangen und Untersuchen der Fledermäuse beiwohnen. Außerdem kann man außerhalb der Mauern gut beobachten, wie die Tiere in ihr Jagdrevier aufbrechen. Die Gewölbetore haben hierzu extra oberhalb eine Handbreite Einflugschneise. Nach einiger Zeit wechseln die Gruppen. Die Veranstaltung findet zur „International Batnight“ statt, in der weltweit auf die geschützten Tiere aufmerksam gemacht werden soll.

Die Führung reiht sich aber auch in die über das Jahr verteilten Aktionen zum 25. Jubiläum des Museums Jülich ein. „ Wir wollen damit zeigen, was das Museum eigentlich macht. Dazu gehören selbstverständlich auch die Fledermäuse“, sagt Fischer, der von Beginn an beim Schutz der Zitadellen-Fledermäuse beteiligt ist und mit dafür sorgt, dass die kleinen Säugetiere noch lange an der Zitadelle leben und sich wohlfühlen können.

(anne)
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