1. Lokales
  2. Jülich

Jülich: Endlich handeln und nicht nur prüfen

Jülich : Endlich handeln und nicht nur prüfen

Vor großer Kulisse wird am Dienstag, 8. Juni, die Bäderfrage in Jülich diskutiert.

Die „Initiative zur Erhaltung der Jülicher Bäder”, die rund 5200 Unterschriften für ein Bürgerbegehren zum Erhalt von Frei- und Hallenbad sammelte, lädt in Zusammenarbeit mit unserer Zeitung zum Bürgerforum ein. Vorab haben wir die Fraktionen bzw. Spitzenkandidaten für die Kommunalwahlen um eine Stellungnahme gebeten.

Der parteilose Bürgermeister Heinrich Stommel erklärt: „Als kinder- und jugendfreundliche Stadt und Mittelzentrum sollte Jülich weiterhin den Menschen die Möglichkeit bieten, im Sommer und im Winter zu schwimmen.” Die angespannte Finanzlage zwinge aber „zu einem möglichst wirtschaftlichen Betrieb”.

Das müsse das Ziel sein. „Wir haben keinen Spielraum.” Er sei nicht darin festgelegt, wie der Badbetrieb weiterhin ermöglicht wird. Die kostenträchtige Sanierung der Bäder durch die Stadtwerke GmbH finanzieren zu lassen, sei nicht möglich, weil die Gewinnabführung der Gesellschaft Bestandteil des vom Rat beschlossenen Haushaltssicherungskonzeptes sei.

Er hofft, dass spätestens bis zur übernächsten Ratssitzung die Analyse des Vorhandenen und die Feststellung des Sanierungsaufwandes abgeschlossen ist. Dagegen muss eine Neuinvestition am Standort Freibad (Kombibad) abgewogen werden. Die erforderlichen Millioneninvestitionen sind aus seiner Sicht von der Stadt zurzeit nicht finanzierbar. Sie kann nur die für den Betrieb notwendigsten Reparaturen durchführen. Das mittel- bis langfristige Ziel sollte definiert und wenn möglich schrittweise umgesetzt werden.

CDU-Spitzenkandidat und stellvertretender Bürgermeister Peter Schmitz hält es als Lehrer und 2. Vorsitzender des Wassersportvereins (rund 550 Mitglieder) für dringend geboten, öffentliches Schwimmen (inkl. Zeiten für Schulen und Sportler) ganzjährig zu erhalten.

Am Konzept seines Parteifreundes Landrat Wolfgang Spelthahn (Leistungszentrum am Freibad, wir berichteten) „fasziniert” ihn, dass neben einer Attraktivitätssteigerung öffentliches Schwimmen garantiert werde und talentierte Sportler die Chance erhielten, angemessen zu trainieren. Bezüglich Hallenbad sei keine Eile angesagt.

Sollte das Landrat-Konzept umgesetzt werden, müsse in der Bauphase das Hallenbad das Schwimmen in Jülich gewährleisten. Später müsse man in aller Ruhe prüfen, wie es dann weitergeht.

FDP-Ratsfrau Ulrike Fink, die für den „urlaubenden” Bürgermeisterkandidaten Claus-Hinrich Neuenhoff Stellung bezieht, hält ebenfalls das Modell des Landrats für interessant. Dies müsse in die Überlegungen einbezogen werden, wenn die Ergebnisse des vom Rat in Auftrag gegebenen neuen Untersuchungen zum Sanierungsbedarf auf dem Tisch liegen. „Der Zuschussbedarf muss so aussehen, dass die Stadt Jülich damit auch umgehen kann.”

SPD-Bürgermeisterkandidat Ansgar Kieven meint, dass lang genug diskutiert worden sei. „Ziel muss sein, endlich klar zu sagen, wo es lang geht.” Es soll kein Geld mehr für Gutachten ausgegeben werden. Die SPD trete dafür ein, Frei- und Hallenbad sparsam zu sanieren und beide Schwimmstätten zu erhalten. Die notwendigen Arbeiten könnten unter Berücksichtigung der Vorschläge vom Förderverein bzw. Bürgerinitiative in Schritten erfolgen. „Zu soliden Preisen” sollen Schule-, Sport- und Freizeitschwimmen in den Bädern möglichst erhalten bleiben.

Heinz Frey (JÜL-Fraktion), dessen Wählerinitiative auf einen eigenen Bürgermeisterkandidaten verzichtet und Amtsinhaber Heinrich Stommel unterstützt, bekräftigt, dass „ein Mittelzentrum wie Jülich die Möglichkeit zum ganzjährigen Schwimmen erhalten muss - unabhängig von der Standortfrage”.

Ansonsten sei JÜL „noch flexibel” und würde eine Festlegung von der weiteren Entwicklung und Planvorstellungen abhängig machen. Laut Frey müsse noch unbedingt vor den Kommunalwahlen Klarheit für die Bürger geschaffen werden. Gut seien unter anderem auch die Vorschläge der Bäderinitiative und des Fördervereins Freibad.

Jürgen Laufs, Bürgermeisterkandidat (Grüne), sieht es so: Das Hallenbad soll bestehen bleiben und ein Plan ausgearbeitet werden, der es ermöglicht, dieses über längere Zeit weiter zu betreiben. „Das Freibad wird schrittweise Instand gesetzt unter Berücksichtigung der Vorleistung der Bäderinitiative und des Fördervereins Freibad e.V. Bei allen Gesprächen ist die Bäderinitiative, der Fördervereins Freibad e.V., der Kreis, die Sportvereine, die Schulen, die Nachbarkommunen und die Parteien beteiligt. Mit der Umsetzung der Konzepte für das Freibad wird noch in diesem Jahr begonnen. Als Bürgermeister(kandidat) kommt hierbei die Aufgabe auf einen zu, dies auf das Machbare zu bringen und die Situation nicht noch weiter zu verschleppen.”