Düren/Jülich: Empfindliche Strafen für brutales Tierquäler-Quartett

Düren/Jülich: Empfindliche Strafen für brutales Tierquäler-Quartett

Betretenes Schweigen im großen Sitzungssaal des Dürener Amtsgerichtes, denn Brutalität und Grausamkeit der vier angeklagten Tierquäler ließ Prozessbeteiligte und Zuhörer schon beim Verlesen der Anklageschrift erschaudern.

Die vierköpfige Clique von Jugendlichen und Heranwachsenden hatten reihenweise Tiere bestialisch gequält, so dass die Verteidiger nichts zu beschönigen versuchten, sondern - wie der Staatsanwalt - von grausamen und abscheulichen Taten sprachen.

Vor dem Dürener Jugendschöffengericht hatten sich die vier jungen Leute zu verantworten. Die Anklage warf ihnen unter wechselnder Beteiligung mehrere Diebstähle, Sachbeschädigungen und Verstöße gegen das Tierschutzgesetz vor. Angeklagt waren zwei Brüder im Alter von 20 und 16 Jahren, sowie ein 18 Jahre alter Auszubildender und ein 19-jähriger Schüler.

Das Quartett hatte immer wieder für Schlagzeilen gesorgt, weil die jungen Leute zunächst kräftig Alkohol getankt hatten und nachts loszogen, um sich an arg- und wehrlosen Tieren regelrecht auszutoben. Die Schilderungen waren an Unappetitlichkeit kaum zu überbieten. Trauriger Gipfel: Sie drückten einer Gans einen brennenden Grillanzünder in den Rachen und hielten das Geschöpf so lange fest, bis es qualvoll verendete.

Hinzu kamen Anklagen wegen Sachbeschädigungen. So hatten die jungen Leute unter wechselnder Beteiligung eine Mobil-Toilette angezündet, das Dach eines Pfarrheimes und eine Ampelanlage beschädigt. Nach der Verhaftung seines Bruders hatte der 16-Jährige die Haustür der elterlichen Wohnung eines Mittäters beschädigt und mit Drohungen und Schlägen den „Verräter” traktiert.

Das Gericht unter Vorsitz von Richter Sebastian Herweg verurteilte den 20-jährigen, der aus der Haft vorgeführt worden war, unter Einbeziehung einer Reststrafe von zweieinhalb Jahren zu einer Gesamtstrafe von vier Jahren und sechs Monaten.

Sein jüngerer Bruder wurde zu zwei Jahren Freiheitsentzug verurteilt, deren Vollstreckung zur Bewährung ausgesetzt wird, wenn sich der Jugendliche in den nächsten sechs Monaten nicht zu Schulden kommen lässt. Der 18-Jährige wurde zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und neun Monaten verurteilt, der 19-Jährige, beteiligt an zwei Diebstählen und zwei Tierquälereien, zu acht Monaten Haft auf Bewährung.

Das Gericht hatte psychologische und psychiatrische Gutachten eingeholt, um die Schuldfähigkeit des 20-Jährigen prüfen zu lassen. Einer der Sachverständigen sprach von einer hohen spontanen Aggressionsneigung, seine Kollegin von enormen Persönlichkeitsdefiziten.

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