Düren: Elfmeter-Entscheidung zurückgenommen

Düren: Elfmeter-Entscheidung zurückgenommen

Dass man bei allem Frust über eine sich anbahnende Schlappe auch sportlich fair reagieren kann, dies passierte in der Bezirksliga-Paarung zwischen dem FC Rurdorf und Sparta Gerderath. Beim Stande von 4:1 für die Gäste zeigte der Unparteiische Robin Stoof in der 80. Minute auf den Elfmeterpunkt.

Er hatte ein Foulspiel am Rurdorfer Yannic Schönen gesehen und sofort auf Strafstoß entschieden. Die Chance, mit dem Elfer auf 2:4 heranzukommen, vielleicht noch das erhoffte Remis zu schaffen, darauf wollte der angeblich Gefoulte nicht ergreifen.

Schönen ging zum Schiri und erklärte ihm, dass er nicht gefoult worden sei. „Da hat der Schiedsrichter den Elfmeter zurückgenommen. Alle Achtung für meinen jungen Spieler“, zollte nach dem Spiel Rurdorfs Trainer Hajo Meuser seinem Spieler Respekt. Und für den gab es nach seiner Erklärung Applaus seitens des Gegners. Auch so kann Fußball sein.

Ähnlich war die Situation am Wochenende in der Kreisliga A Düren: Dass ein Fußballer ein an ihm angeblich verschuldetes Foul verneint und beim Schiri reklamiert, passiert sehr selten. Noch seltener aber kommt es vor, dass ein Schiedsrichter seine Entscheidung revidiert.

So geschehen in der A-Liga-Begegnung zwischen dem SC Kreuzau und Alemannia Lendersdorf. Beim Stand von 1:0 für die Gäste pfiff Schiedsrichter Tobias Jurkiewitz in der 23. Minute ein Foul an einem Kreuzauer Stürmer und entschied auf Strafstoß.

Michael Krämer legte sich den Ball zurecht, wollte gerade anlaufen, doch da nahm der Unparteiische auf Intervention seines Assistenten Furkan Demirci die Entscheidung zurück. „Der zeigte ihm mit der Fahne an, dass die Entscheidung falsch sei und es kein Foulspiel gegeben habe“, erlebte Alemannen-Trainer Roland Gajewski die Situation und sprach anschließend „von einer großen Geste des Schiedsrichtergespanns“, zu dem noch Fabian Pütz gehörte.

Auch Kreuzaus Trainer Walter Chojnowski reagierte erstaunt. „Dies habe ich in meinem langen Fußballerdasein noch nie erlebt.“ Dass anschließend beide Seiten feststellten, dass die Elfmeterentscheidung falsch war, macht deutlich, dass ab und an der Fairplay-Gedanke im hiesigen Fußball noch hochgehalten wird. Nicht nur bei Schiedsrichtern.

(hfs.)
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