Kirchberg: Eine würdige Grabstätte für die Gefallenen

Kirchberg: Eine würdige Grabstätte für die Gefallenen

Die Kämpfe des Zweiten Weltkriegs haben bis in unsere heutige Zeit viele Spuren hinterlassen und fallen dem Betrachter schnell ins Auge. Gerade der Zeitraum vom Herbst 1944 bis Frühjahr 1945 hat im Jülicher Land, aber auch im Aachener Raum und dem Hürtgenwald ein schweres Erbe hinterlassen.

Aufgrund dessen sind in den Nachkriegsjahren zahlreiche Soldatenfriedhöfe entstanden, auf denen die vielen Gefallenen dieser Kämpfe ihre letzte Ruhe gefunden haben.

Einer der größten im Jülicher Raum wurde in Kirchberg angelegt. „Hier ruhen derzeit 360 Soldaten, von denen die meisten aus diesem Zeitraum stammen, ein paar wenige sind Opfer des Ersten Weltkriegs“, erklärt Andreas Holz, der nun erstmalig als Hauptleitender eine Aufräumaktion ins Leben gerufen hat, um den Friedhof wieder herzurichten.

In den vergangenen Jahren hatte die Natur das Areal Stück für Stück zurückerobert, sodass viel zugewuchert war und vor allem die Inschriften auf den Grabsteinen kaum noch lesbar waren. Als Mitglied des Vereins zur Bergung Gefallener in Osteuropa (VBGO) und Einwohner Kirchbergs war es Holz ein besonderes Anliegen, diesen Zustand wieder zu verbessern.

Mit Hilfe der Ortsvereine wie den Schützen der Sakramentsbruderschaft, dem Maiclub, der KG „Blau-Weiß“, der Bürgerinitiative „Zukunft Kirchberg“ und der Freiwilligen Feuerwehr fand nun die erste Aufräumaktion statt, bei der die Hecken, Sträucher und Bäume zurechtgeschnitten und die Grabsteine mit einem Hochdruckreiniger gesäubert wurden. Die Inschriften sind jetzt wieder klar lesbar.

Dank der Hilfe des Jülicher Bürgermeisters Axel Fuchs wird auch das Areal rund um die Rasenfläche mit Split und Rindenmulch optisch hergerichtet. „Wir wollen den Ehrenfriedhof auch in Zukunft regelmäßig pflegen und so den Arbeitern des Bauhofs ihren Job erleichtern“, berichtet Holz.

Mit Unterstützung der VBGO werden auch weiterhin gefallene Soldaten, die ein provisorisches Grab in einem Feld bekommen haben, auf Friedhöfe wie den Kirchberger umgebettet, um dort dauerhaft ihre letzte Ruhe zu finden. Der Verband ist nicht nur in Osteuropa, sondern weltweit tätig, um Gefallene aller Nationen aus der Anonymität zu holen und so den Angehörigen die Möglichkeit zu bieten, in Würde Abschied zu nehmen.

Der Verein ist auch gerade im Jülicher Land an den Berichten von Zeitzeugen interessiert, durch deren Hinweise vielleicht noch unbekannte Gräber entdeckt werden können, um die Gefallenen dann umzubetten. Weitere Infos gibt es unter: www.vbgo.de

(bw)