Linnich: Eine Woche Bretterstadt-Abenteuer in Linnich

Linnich : Eine Woche Bretterstadt-Abenteuer in Linnich

Dass die Bretterstadt auf dem Gelände der Grundschule in Linnich etwas ganz Besonderes für die Kinder ist, hört und sieht man ihnen bei der Abschlussfeier des Projekts deutlich an.

Zehn Holzhütten haben sie während der „Abenteuerspielwoche“ nicht nur gezimmert, sondern am Ende auch mit Kreidezeichnungen, Tüchern und eigenen Konstruktionen wie einem Holzliegestuhl unverwechselbar gemacht. Doch auch zum Spielen und Basteln blieb den 71 Kindern genug Zeit.

Seit ungefähr 25 Jahren findet die Bretterstadt fast jedes Jahr statt, seit zwölf Jahren ist Urs Brunnengräber Leiter der Ferienspiele. Vor den Dingen, die die Kinder hier lernen — wie Teamprozesse, handwerkliche Fähigkeiten und das Lösen von Konfliktsituationen — stehe für ihn immer der Spaß an erster Stelle — neben der Sicherheit, daher die hohe Zahl an Betreuern (40), die vorher mehrere Schulungen bekommen, und ein Sanitäter, der bei möglichen Verletzungen bereit steht. Und diese Herangehensweise funktioniert: „Die Bretterstadt war innerhalb der ersten halben Stunde ausgebucht“, so Brunnengräber.

Jedes Jahr müsse die Teilnehmerkapazität von 50 Kindern etwas erweitert werden. „Ich habe auch schon mal Bretterstädte mit 120 Kindern gemacht, aber das war einfach zu stressig“. Das Projekt sei auch deswegen besonders anspruchsvoll, da nicht nur die Kinder eine schöne Zeit haben sollten, sondern auch das große Betreuerteam, das hauptsächlich aus ehrenamtlich arbeitenden Jugendlichen bestehe, so erklärt er. Weiterhin betont er den Dank an die Familie Kremer in Gereonsweiler, die den Lagerort für das benötigte Holz zur Verfügung stellte.

Das gute Wetter der vergangenen Tage stellte für die Mitwirkenden manchmal eher Fluch als Segen dar. Trotz der Kappenpflicht für alle Kinder und Pausen im Schatten erschwerte die pralle Sonne das Arbeiten. Doch davon ließen sich die Kinder und ihre rund 40 Betreuer nicht entmutigen: Sie verhämmerten 8000 Nägel und arbeiteten mit 312 Quadratmeter Holz, um ihre Bretterstadt zu errichten.

Bei einer Art „internem“ Spielzeugflohmarkt durften die Kinder ihre Hütten als Stände nutzen und mit Perlen als Währung ihre Spielzeuge tauschen. „Ich will hier so lange bleiben, bis ich Betreuerin bin!“, sagte die neunjährige Elisa fröhlich. Sie sei bereits zum dritten Mal hier; ihr gefalle besonders, die Hütten am Ende mit Kreide bunt anzumalen. Eines ist sicher: Sie wird bei weitem nicht die Einzige sein, die nächstes Jahr mit Freude wiederkehrt und die neue Bretterstadt aufbaut.