Körrenzig: Eine Wallfahrt zum Seligen Karl von Österreich nach Körrenzig

Körrenzig: Eine Wallfahrt zum Seligen Karl von Österreich nach Körrenzig

Im Jahre 2004 sprach Papst Johannes Paul II den letzten Kaiser von Österreich und König von Ungarn, Karl von Habsburg, selig. Vor zwölf Jahren, als die Restaurierung der Altenkirche Körrenzig nahezu abgeschlossen und das Gotteshaus wieder eingesegnet war, überbrachte Otto von Habsburg gemeinsam mit Ehefrau Regina eine Reliquie seines verstorbenen Vaters nach Körrenzig.

Dieses Andenken befindet sich seither in der Front des Altars der Alten Kirche. Der Besuch war damals ein bedeutendes Ereignis woraufhin die Europa-Schützen und der Orden vom Heiligen Sebastian beschlossen, im dreijährigen Rhythmus eine Wallfahrt zum Seligen Karl von Österreich nach Körrenzig zu unternehmen.

Höhepunkt der 4. Wallfahrt war ein feierliches Hochamt das Kaplan Martin Popp aus Oberviechtach gemeinsam mit Pfarrer Stefan Bäuerle zelebrierte, an dem unter anderem die Schützen aus dem Dekanats-Schützenverband Linnich, aus der Europäischen Gemeinschaft Historischer Schützen (EGS) und der Ritterschaft vom Heiligen Sebastian in Europa teilnahmen. Unter den zahlreichen Gläubigen weilte auch Linnichs Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker.

In seiner Predigt beleuchtete Kaplan Martin Popp den Feldherren und vorbildlichen Christen Karl von Habsburg. Er habe stets das Gute seines Volkes gesucht und sich an die Lehren der katholischen Kirche orientiert. Am Beispiel einer Rüstung symbolisierte er Helm, Panzer, Gürtel und Schwert als geistige Zeichen des Glaubens.

Nach der Dank- und Festmesse gab es Gelegenheit zur Reliquienverehrung. Der Festgottesdienst wurde von Kantor Thomas Matthias Offergeld und dem Instrumentalverein Körrenzig musikalisch gestaltet.

Gegen „unnützes Blutbad“

Anschließend fand im Gemeindezentrum ein Vortrag von Kaplan Martin Popp, zum Thema: „Der Selige Kaiser Karl“ statt. Unter anderem wies der Kaplan in seinen Ausführungen auf das Friedensengagement des Kaisers während des Ersten Weltkriegs hin. Im Sommer 1917 appellierte Papst Benedikt XV. mit seiner Friedensnote „Dès le début“ an die kriegführenden Mächte, Friedensgespräche einzuleiten. Dieser Friedensappell verhallte bei den Großmächten ungehört. Lediglich Karl von Habsburg reagiert darauf, der sich Papst Benedikt XV. Begriff vom „unnützen Blutbad“ zu Herzen nahm und sich damals schon gegen das sinnlose Morden und auch gegen Annektierungen aussprach.

Nach dem Vortag verblieb man zum Empfang in gemütlicher Runde im Gemeindezentrum. Die Wallfahrt wurde traditionell von der St Antonius-Schützenbruderschaft organisiert. Kr.