Linnich: Ein Verbindungsbau zwischen Haupt- und Realschule in Linnich

Linnich : Ein Verbindungsbau zwischen Haupt- und Realschule in Linnich

Auf ein Neues. Die Stadt Linnich hat ihren Plan noch nicht aufgegeben, die beiden Gebäude von Haupt- und Realschule am Bendenweg durch einen Gebäudetrakt zu verbinden. Sie hofft dabei auf großzügige finanzielle Unterstützung aus Düsseldorf. Genährt wird die Hoffnung durch das Städtebauförderungsprogramm „Investitionspakt Soziale Integration im Quartier NRW 2018“.

Geht der Antrag diesmal durch, winkt eine Förderung von 90 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben, wie es amtsdeutsch heißt. Obwohl durch diese Einschränkung beispielsweise Personalkosten gänzlich auf die Kappe der Stadt gehen, ist jeder Euro, mit dem das Land das Bauprojekt bezuschusst, willkommen. Immerhin beläuft sich die Kalkulation für diese Verbindung auf rund 4,3 Millionen Euro Gesamtkosten.

Die Chancen, dass der Antrag noch in diesem Jahr positiv beschieden wird, stehen nicht schlecht. Bei Gesprächen mit der Bezirksregierung sei signalisiert worden, dass „unter Vorbehalt noch 2018 ein Förderbescheid eintrifft“, berichtete Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker. Die Verwaltung hatte gleich hochgerechnet. Entsprechend der Fördersätze, die sich über fünf Jahre gestreckt auf 90 Prozent summieren, könnte Linnich in diesem Jahr bei Gesamtaufwendungen von 215.000 Euro mit einer Förderung von 193.500 Euro rechnen — bei einem Eigenanteil von 21.500 Euro. Letzterer würde gegenfinanziert aus dem Posten Haus 7 der ehemaligen Polizeischule. Der vorgesehene Ankauf wird „zeitlich verschoben“. Im Jahr 2020 stünde mit 1,29 Millionen Euro der dickste Batzen des 4,3-Millionen-Projekts an.

Ein markantes Merkmal des Verbindungstrakts ist seine Barrierefreiheit. Dieses Merkmal geht beiden Schulgebäuden in ihrem gegenwärtigen Zustand völlig ab. Außen müssen hüben wie drüben Treppen überwunden werden; und selbst in den Schulgebäuden „ist ein barrierefreier Zugang zu den Unterrichts- und Gemeinschaftsräumen nicht gegeben“. Zumindest die Erreichbarkeit würde sichergestellt durch einen barrierefreien, ebenerdigen Zugang zum Verbindungsbau. Der erhält zudem einen Aufzug, über den auch die Räume im Obergeschoss der beider Schulen zu erreichen wären. Zwei weitere Aufzüge seien darüber hinaus im Hauptschulgebäude sowie an der Außenseite der Realschule nötig, empfehlen die Planer.

Für eine rein überdachte Verbindung zwischen den beiden Schulgebäuden wäre der 4,3-Millionen-Euro-Trakt ein paar Nummern zu protzig. Er leistet natürlich mehr. Im Untergeschoss sieht die Konzeptplanung einen Unterrichtsraum, ein Schülerlernzentrum sowie zwei Projekträume vor. Die können vielfältig genutzt werden. Ein weiteres Merkmal, das bei Quartierlösungen eine Rolle spielt, ist die Öffnung nach außen.

Damit sind im weitesten Sinne außerschulische Angebote gemeint. So könnte dieser Trakt auch der städtischen Jugendarbeit endlich eine feste Unterkunft bieten und auch von der VHS genutzt werden. Dem käme entgegen, dass der Verbindungsbau genutzt werden kann, ohne dass die beiden angrenzenden Gebäudeteile zugänglich sind.Das Erdgeschoss des Verbindungstrakts wird überwiegend schulisch genutzt — für die Schulverwaltung, für die Lehrerschaft.

Mit dem einstimmigen Ratsbeschluss in der Hand reicht die Verwaltung nun den Antrag auf Aufnahme in das Förderprogramm ein. Abgabefrist ist der 1. Juli.

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