Daubenrath: Ein Tausendsassa wird Schützenkönig

Daubenrath: Ein Tausendsassa wird Schützenkönig

Die St.-Stephanus-Schützenbruderschaft aus dem 240-Seelen-Ort Daubenrath beklagt Nachwuchsschwierigkeiten, hält sich aber tapfer. Seit 94 Jahren präsentiert ohne Pause eine Majestät die Bruderschaft beim jährlichen Schützenfest.

Das Geheimnis scheint in der Beharrlichkeit einzelner Schützenmitglieder zu liegen. So ist der Brudermeister und neu proklamierter Schützenkönig Georg Kappert gleichzeitig Kassierer und verkörpert im Ort St.-Martin und St.-Nikolaus. Selbstverständlich wollte er „die Häufung der Pöstchen nicht“. Sie wurden vakant und Kappert, Träger des Silbernen Verdienstkreuzes des Bundes, sprang jeweils kurzfristig für die Ämter ein. Weil sich niemand anderes fand, blieb er ihnen treu.

So war es auch, als sich in diesem Jahr erstmals abzeichnete, dass die Stephanus-Schützen keinen König haben würden. „Zusammenfassend kann man sagen, dass wir mit Georg Kappert einen höchst motivierten und einsatzfreudigen Schützenbruder haben, der alles macht, wofür sich sonst niemand findet.“ So lobte ihn Geschäftsführer Karl-Heinz Schilling beim Frühschoppen mit Königsproklamation und Mitgliederehrung in der Daubenrather Schützenhalle.

Auch Altkönigin Helga Krauthausen, die just an ihrem Geburtstag die Königswürde ablegen musste, hätte sich bereit erklärt, die Majestätenlücke zu füllen.

„Ein Highlight des heutigen Morgens“ nannte Schilling die Auszeichnung von Ehrenbrudermeister Franz Herkenrath für 65 Jahre Treue. Obwohl heute wohnhaft in Selgersdorf ist er ein echter „Duvverother Jong“, ein Urgestein der Bruderschaft. Wie damals üblich, trat er mit 18 Jahren ein und ist heute dienstältester Offizier. Bereits vor 42 Jahren wurde er Generalfeldmarschall und jeweils 1950/51 und 1980/81 Schützenkönig. Für seine Verdienste wurde er mehrfach durch den Bund der Historischen Schützen ausgezeichnet. Er ist Träger des Silbernen Verdienstkreuzes, des Hohen Bruderschaftsorden und des St.-Sebastianus Ehrenkreuzes.

Mit dem Großen Schützenball mit dem Cover-Duo „Fun4You“ ging das dreitägige Schützenfest an den Start. Der Ball war schön, aber nicht gut besucht, wie hinter vorgehaltener Hand zu hören war. Nach dem verregneten Festzug am Nachmittag stand der Große Königsball mit der Tanzkapelle „Grüne Welle“ auf dem Programm. Ausklang der Schützefestes war das Frühstücksbüffet im Festzelt am Montag.

Für 65-jährige Treue wurde Ehrenbrudermeister Franz Herkenrath geehrt. Für 50 Jahre Mitgliedschaft wurde Gerd Schoch, für 40 Jahre Erich Dittrich (in Abwesenheit) ausgezeichnet. Die Geehrten für 25 Jahre heißen: Theo Krauthausen, Udo Esser, Nina Zimmermann, Werner Pohl und Renate Frinken (letztere beiden in Abwesenheit ausgezeichnet). André Hennes wurde zum Oberleutnant befördert, Georg Kappert zum Hauptmann.

(ptj)