Koslar: Ein Politiker im magischen Baumhaus

Koslar: Ein Politiker im magischen Baumhaus

Es gibt Politiker, die bauen in ihren Reden realitätsferne Luftschlösser. Josef Wirtz ist anders. Er spricht lieber über magische Baumhäuser. Nicht im Landtag, wo Wirtz als Abgeordneter die Belange des Dürener Nordkreises vertritt. Die magischen Baumhäuser lässt er in der Fantasie der Kinder der Offenen Ganztagsschule (OGS) Koslar entstehen.

Dort ist Wirtz an diesem Nachmittag zu Gast. Und als sich sein Besuch dem Ende nähert, wird man ihn am liebsten gar nicht mehr gehen lassen wollen. Der Landtagsabgeordnete konnte sein junges Publikum überzeugen. Zwei Geschichten hat er den Schülern der Klassen eins bis vier vorgelesen, beide aus der beliebten „Das magische Baumhaus”-Reihe.

Der Anstoß für die Aktion kam von außen. Immerhin ist dieser Tag der bundesweite Vorlesetag, zum siebten Mal gibt es ihn in diesem Jahr. Und weil er sich einer recht großen Beliebtheit erfreut, nehmen überall in Deutschland Menschen auf viel zu kleinen Stühlen Platz und lesen aus Büchern vor, für die sie eigentlich viel zu alt sind. Und bei Wirtz steht der Stuhl eben in der OGS Koslar und das Buch ist eines aus der „Das magische Baumhaus”-Reihe.

Wortschatz und Wissen fördern

Im Grunde genommen ist es nichts Besonderes, dass in der Grundschule vorgelesen wird. „Wir machen das jeden Morgen, zehn Minuten lang”, sagt Hiltrud Jumpertz, Leiterin der OGS Koslar. Erstens, weil es denn Kindern ungemein Spaß mache und zweitens, weil es Dinge wie Konzentrationsfähigkeit, Wortschatz und Wissen fördere.

Ungewohnt ist an diesem Vormittag nur der Vorleser selbst. Und deswegen stellt er sich erstmal vor. „Ich bin von Beruf Politiker”, sagt Wirtz, „ich habe aber auch mal was Vernünftiges gemacht. Ich war nämlich Bauer.” Und dann liest er. Zuerst die Geschichte „Das letzte Geschenk” und die danach heißt „Schlafmütze”. Es geht um Australien und die vielen ungewöhnlichen Tiere, die dort leben.

Aber als Wirtz von einem „Kola-Bär” erzählt, nimmt ihm das keiner ab. Koala-Bär müsse es schließlich heißen. Als Wirtz das Buch zur Seite legt, fragen die Kinder, ob er denn morgen wiederkomme, um neue Geschichten vorzulesen. „Morgen”, sagt Wirtz, „geht das nicht. Ich habe viele Termine”. Aber irgendwann werde er wiederkommen. „Das verspreche ich euch.”