Barmen/Koslar: Ein Netzwerk der Bewegung ist Vorzeigeprojekt

Barmen/Koslar: Ein Netzwerk der Bewegung ist Vorzeigeprojekt

5000 Euro und eine Reise nach Frankfurt am Main — so sah die Belohnung aus, die Dr. Wolfgang Speier für seine Bemühungen in Empfang nehmen durfte. Der engagierte Fußballtrainer hat für „sein“ Netzwerk aus mehreren Beteiligten beim Wettbewerb um den Zukunftspreis der Deutschen Sportjugend, kurz DSJ, den ersten Platz eingeheimst.

Doch es wäre deutlich zu kurz gegriffen, wollte man besagtes Netzwerk und seinen Initiator Wolfgang Speier auf den bloßen Gewinn dieses Preises reduzieren. Das Gymnasium Haus Overbach (GHO) in Barmen, die Gemeinschaftsgrundschule (GGS) Jülich-West in Koslar, die städtische Kindertageseinrichtung „Unterm Regenbogen“, die Kita „Kleine Füchse“ am Forschungszentrum Jülich (FZJ) und, quasi im Zentrum des Netzes, der Sportverein Viktoria Koslar haben sich zu einer ungewöhnlichen Kooperation zusammengeschlossen.

Es ist die alltägliche, fast schon selbstverständliche, über Jahre gewachsene Zusammenarbeit innerhalb des Kooperationsnetzwerkes, die bemerkenswert ist. „Wir werfen uns hier gewissermaßen die Bälle gegenseitig zu“, formuliert Stella Rath, Leiterin der GGS-West das Geheimnis der gelingenden Zusammenarbeit.

Es sind mehrere Säulen, auf denen die gemeinschaftliche Arbeit fußt: So haben sich die Verantwortlichen auf die Fahnen geschrieben, Sport und Bewegung in den Alltag an Kitas und Grundschule zu bringen, und sie möchten und haben so zusätzliche Sportangebote geschaffen. Ein weiteres Ziel ist es, den Kindern auf diese Weise den Übergang vom Kindergarten in die Grundschule, und später vielleicht auch auf die weiterführende Schule, zu erleichtern.

Montagsnachmittags gibt es für die Kinder an der Kita „Kleine Füchse“ die AG „Bewegung, Ballspiele und Tanzen“ — denn der SV Viktoria Koslar hat inzwischen bereits seit einigen Jahren seine eigene kleine Tanz- und Turnabteilung. Auch in der Kita „Unterm Regenbogen“ und an der Grundschule wird einmal in der Woche geturnt und getanzt. Ergebnis der Zusammenarbeit ist es unter anderem auch, dass die Koslarer Kita-Kinder etwa regelmäßig die Turnhalle der Grundschule besuchen.

Natürlich gehören auch Fußball-AGs zum Angebot innerhalb des Netzwerkes. Das funktioniert nur, indem viele Verantwortliche an einem Strang ziehen. So sind es Spielerinnen des Vereins, die ihre Trainerlizenz erworben haben und die AGs leiten, oder ältere Schülerinnen, die den jüngeren zeigen, was man mit dem Ball so alles machen kann. Turn- und Tanztrainerin Ute Wagner, sonst im Verein aktiv, geht ebenfalls in die Schule und die Kita, die Kindergärten besuchen sich gegenseitig, und manche Grundschülerin kommt zum nachmittäglichen Fußballtreff auf dem Sportplatz.

Über diese schon alltäglichen Angebote hinaus, haben sich gemeinsame Veranstaltungen etabliert. Vom Sepp-Herberger-Tag, an dem Verein, Grundschule und Gymnasium zusammengearbeitet haben, über den Tag des Mädchenfußballs an der GGS-West hin zum Kinder-Bewegungsabzeichen, dem Kibaz, reichen die Beispiele.

Lohn der vielfältigen Bemühungen sind aber auch Bezeichnungen wie „Kooperationsschule des Fußball-Verbandes Mittelrhein (FVM). Die entsprechende Plakette hat sich die Schule gerne an den Eingang gehängt, denn: „Wir sind die erste Schule im Kreis Düren, die diese Auszeichnung bekommen hat“, freut sich die Schulleiterin.

Begehrte Zertifizierung

Die beiden Kindertageseinrichtungen haben die begehrte Zertifizierung als „Bewegungskindergarten“ erhalten und den Sport, die motorische Frühförderung und vor allem den Spaß an der Bewegung wie selbstverständlich in ihren Alltag integriert.

Die Liste ist lang und ließe sich fortsetzen — sicher ist, dass der Initiator des Kooperationsnetzwerkes noch einige weitere Pläne im Ärmel hat. Die Zusammenarbeit mit der integrativen Kita in Broich steht in den Startlöchern und auch ein sogenannter Gesundheitstag auf dem Vereinsgelände hat bereits stattgefunden. Das Netzwerk wächst weiter.

(brs)