Jülich: Ein-Mann-Theater mit dem Märchenstück „Die gestiefelte Katze“

Jülich: Ein-Mann-Theater mit dem Märchenstück „Die gestiefelte Katze“

Die Kindertheateraufführung „Die gestiefelte Katze“ nach dem bekannten Märchen der Gebrüder Grimm bot alles, was Kinderherzen höher schlagen lässt. Zunächst präsentierte Allroundkünstler Daniel Wagner aus dem Berliner Theater „Zitadelle“ seinen jungen Zuschauern im KuBa Jülich seine Zauberkunst.

Wie er zu der „coolen Hütte“ mit Goldvorhang und Seidentischdecke kam, die das ansprechende Bühnenbild zeigte, verriet er in seinem anschließenden Rückblick. „Janz traurig“ fing nämlich seine Geschichte als armer Müllerssohn Fritz an, die er mit Berliner Dialekt und vielen Requisiten verkörperte.

Als Lichttechniker fungierte Christoph Klemens aus dem Jülicher Kulturbüro. Deswegen war er schon ein wenig aufgeregt, wie er den Zuschauern aus der KGS, der „Villa Kunterbunt“ und der Kita „Sternschnuppe“ vorab verriet.

Als jüngster Sohn des sterbenden Müllers erbt Fritz nämlich „nüscht“, beziehungsweise nur seine Katze, die eigentlich wie im Märchen auch ein Kater ist. Diese kann — sehr zur Freude der Kinder — nicht nur sprechen, zumindest „wenn‘s sein muss“, sondern hat auch einen Plan, „wie wir in kurzer Zeit zu ganz viel Geld kommen“.

Sie verlangt nach Stiefeln und nimmt Fritz‘ letzten Taler als Startkapital. Dann lässt Wagner sie rappen und „süße unschuldige Rebhühner“ fangen, die König „Rudolf Eckstein, der Großzügige“ so mag und teuer bezahlt. Der König und seine Tochter steigen in eine hölzerne Kutsche, die Pferde traben alleine durch des Schauspielers Geräuschimitation. Dann retten die Majestäten den vermeintlichen „Grafen von Carabas“, der angeblich Räubern zum Opfer gefallen ist, nackt aus dem Helene-See und geleiten ihn zu seinem prächtigen Schloss.

Brav beantworteten die Kinder im Publikum des Königs Frage, wem Wald, Wiesen, Felder und schließlich das prächtige Schloss gehören, nämlich dem „Grafen von Carabas“. In der Zwischenzeit vollbringt die gestiefelte Katze das Wunder und tötet den eigentlichen Besitzer, den bösen Zauberer, mit einer List.

Diese Szene wurde mit einem passend ausgeleuchteten Schattenspiel zu klassischer Musik inszeniert. Natürlich haben Fritz, der nun König ist und ganz nebenbei auch noch zaubern kann, und des Königs Tochter sich inzwischen ineinander verliebt und heiraten. Begeisterter Applaus brandete auf.

(ptj)
Mehr von Aachener Zeitung