Mit 1,5 Millionen Steinen: Ein Kunstwerk aus Aldenhoven für Israel

Mit 1,5 Millionen Steinen : Ein Kunstwerk aus Aldenhoven für Israel

Riesiges Mosaik wird nach Israel verschifft

Eines der imposantesten Kunstwerke, das je im Jülicher Land entstanden ist, ist jetzt weg. Und die Künstlerin ist deswegen einigermaßen erleichtert.

Im vergangenen halben Jahr ist auf Burg Engelsdorf ein Mosaik entstanden, zusammengesetzt aus 1,5 Millionen von Hand bearbeiteten Marmorsteinen, vier Tonnen schwer und mit einem Durchmesser von zwölf Metern.

Maria Fernandez und ihr Team haben das nicht an die große Glocke gehängt. Denn bis zum Wochenende war das Mammutprojekt frei zugänglich vor Burg Engelsdorf aufgebaut, da, wo Fernandez und ihr Team arbeiten. „So eine große Einzel-Arbeit hatten wir hier vor Ort noch nicht“, sagt die seit fast 40 Jahren international tätige Künstlerin. In einem Zelt vor dem Atelier hat das Team das Mosaik zusammengesetzt, frei zugänglich. „Ich hatte schon ein bisschen Angst vor Vandalismus“, sagt Fernandez. Nicht, weil in Engelsdorf und Umgebung viele Vandalen leben. Aber besonders große Projekte machen besonders vorsichtig.

Jetzt ist das Mosaik in seine Einzelteile zerlegt und in Transportkisten verpackt, bald wird es nach Israel verschifft. Da wird es Teil von etwas viel Größerem. In der Stadt Magadala am See Genezareth entwirft und realisiert Maria Fernandez das Zentrum einer neuen Siedlung. In der Nähe steht eine Kirche für Pilger, die Fernandez vor sechs Jahren gestaltet hat. Jetzt entstehen ein Pilgerhaus und ein Hotel. Den Auftrag für das Gestalten der Freifläche hat das internationale Gremium Magdala Center nach Burg Engelsdorf an Maria Fernandez vergeben.

„Quelle des lebendigen Wassers“ heißt das Gesamtobjekt, das aus zwei Brunnen, mehreren Installationen und eben dem Mosaik besteht. 120 mal 30 Meter ist die Anlage breit, die Fernandez entworfen hat. Magdala ist ist eines der größeren Projekte, die sie bisher geschaffen hat. Aber längst nicht das größte.

Im November soll das Magdala-Projekt fertig werden. Eineinhalb Jahre hat die Künsterlin bisher an der Quelle des lebendigen Wassers gearbeitet, die ersten Zeichnungen des Mosaiks brachte sie vor einem Jahr zu Papier. Mit dem fünfköpfigen Team ihres Ateliers und einer Meister-Mosaizistin aus dem italienischen Spilimbergo dauerte die eigentliche Herstellung ein halbes Jahr. Jedes Marmor-Steinchen ist von Hand gearbeitet.

Fast fertig: Maria Fernandez produziert ein Mosaik, das den Abschluss eines Großprojekts in der israelischen Stadt Magdala bildet. Foto: Guido Jansen

„Wir wollten keine Größen von der Stange. Und wir haben die Steine getrömmelt, damit sie nicht so scharfe Kanten haben wie bei maschinell bearbeiteten Steinen“, sagt Maria Fernandez. Jetzt gilt es, die Arbeit zum Abschluss zu bringen. Zwei kleinere Mosaike werden in den Brunnen untergebracht. Das Haupt-Mosaik ist tiefer in den Boden eingelassen und umringt von großen Stufen. So soll eine Art Forum entstehen, in dem 250 Menschen Platz finden.

Das Mosaik, das den Abschluss bildet, war zu groß für das große Atelier. Deswegen wurde es draußen zusammengesetzt. Und es ist zu groß, um jedes Detail aus der Entfernung zu erkennen. Deswegen soll der Betrachter es betreten können. In Summe ergeben die 1,5 Millionen Mosaiksteine die Landschaft von Galiläa. „Zu sehen sind wichtige Stationen der Geschichte des Judentums und des Christentums. Der Betrachter soll wissen, wo er steht“, erklärt Fernandez.

Das Mosaik ist unterteilt in 200 kleine Einzelteile. Die sind mittlerweile in Kisten verpackt und werden bald nach Israel verschifft. Foto: Guido Jansen