Linnich: Ein großer Bahnhof als weiteres Geschenk

Linnich: Ein großer Bahnhof als weiteres Geschenk

„Wir stehen staunend vor ihren Werken, die durch ihre Ausdrucksstärke und Eleganz beeindrucken, aber auch zum Nachdenken bewegen. Ihre Kunst ist ein Geschenk für die Kunst und für die Stadt“. Herzliche Worte des Dankes fand Linnichs Bürgermeisterin Marion Schunck-Zenker für einen der bedeutendsten deutschen Künstler der Gegenwart.

Markus Lüpertz hatte dem Deutschen Glasmalerei Museum in Linnich zwei Entwürfe zur Ausführung von zwei monumentalen Glasscheiben geschenkt. Sie sind mittlerweile fertiggestellt und bilden das Herzstück der Ausstellung „“Markus Lüpertz wird 75. Ein Geschenk für das Rheinland“, die einen Tag vor seinem Geburtstag in Linnich eröffnet wurde.

Rang und Namen

Und ein weiteres Geschenk machte der Künstler der Stadt mit seiner Anwesenheit zur Vernissage. Ein „großer Bahnhof“ für einen großen Künstler kann man das umschrieben, was an diesem Sonntagmorgen in der Stadt geschah, denn alles, was n der Region Rang und Namen hat, hatte sich eingefunden, um dem Maler, Bildhauer, Schriftsteller und Musiker einen herzlichen Empfang zu bereiten.

Sichtlich gerührt zeigte sich dann auch der Künstler, obwohl er, wie er beteuerte, es hasste, 75 Jahre alt zu werden und seinen Geburtstag gar nicht feiern will. Doch das Lob und die Zuneigung, die ihm zuteilwurden, genoss er dafür umso mehr. Zunächst hatte Landrat Wolfgang Spelthahn die zahlreichen Gäste und natürlich ganz besonders den Ehrengast herzlich begrüßt. Er versicherte ihm auch, dass man sein großzügiges Geschenk als Ehre und Verpflichtung ansehe und verantwortungsbewusst damit umgehe. „Der heutige Tag gibt uns Rückenwind, positiv in die Zukunft dieses Museums zu schauen“, erklärte er.

Herzenswunsch

Dr. Myriam Wierschwoski, Leiterin des Museums konnte dies nur bestätigen. Sie dankte allen, die ihr Haus bei der Erstellung der Ausstellung unterstützten, und betonte: „Diese Ausstellung war uns ein Herzenswunsch und eine besondere Herausforderung“. Kurz umriss auch Dr. Gregor Broschinski, Vorstandsmitglied der Sparkasse Düren, der über Prof Walter Smerling, Leiter der Küppersmühle in Duisburg, die Kontakte herstellte, die Entstehungsgeschichte dieser Ausstellung. Abschließend stellte Helmut Haumann, Vorsitzender des Fördervereins Romanische Kirchen in Köln, die Arbeit Lüpertz für St. Andreas in Köln vor, die im kommenden Jahr fortgesetzt werden soll.

„Die Glaskunst war seine späte Liebe“, erklärte er und Lüpertz betonte, dass sie ihn immer noch fasziniere. Museumsleiterin Dr. Myriam Wierschowski hat sich zum heutigen Geburtstagsfest des Künstlers außerdem noch etwas Besonderes einfallen lassen. Das Haus ist am heutigen Montag geöffnet, und obwohl der Künstler selbst in Berlin weilt, gibt es eine große Geburtstagstorte auf der in Marzipan das „Herbstfenster“ eines der Schenkungen abgebildet ist.Kr.